Zukunft der Bewerbung: einfach, schnell und mobil

Schöpfen aus dem schier unerschöpflichen Pool von Bewerbern – das ist vorbei. Bewerberprozesse starr wie eine Behörde inszenieren – das macht einsam. Gespräche nach Gutsherrenart führen – damit fällt man durch. Personaler und Recruiter müssen sich heute etwas anderes einfallen lassen, um an Bewerber zu kommen. Für Bewerber darf der Bewerbungsprozess gerne einfach, schnell und mobil sein.

Per Handy zum Traumjob

Der Bewerbungsprozess ist aus Sicht der Kandidaten laut einer Stepstone Trendstudie (Herbst 2015) gespickt mit Hürden: 62 Prozent fällt es schwer, ein Anschreiben zu formulieren, jeder Vierte hadert mit der optischen Gestaltung seiner Bewerbung. Auf der anderen Seite bevorzugen immer noch 31 Prozent der befragten Recruiter schriftliche Bewerbungen per Post. Hier ist ein Umdenken seitens der Unternehmen gefordert, denn immer mehr Kandidaten wollen sich schnell und unkompliziert per Smartphone oder Tablet bewerben. Rund zwei Drittel der Fach- und Führungskräfte benutzen ihr Handy für die Jobsuche. Jedes zweite Unternehmen zieht eine Kurzbewerbung per Smartphone dann vor, wenn sie so mehr Bewerbungen erhalten können. Mobile Bewerbungen haben anders als Bewerbungsformulare den Charme, individuell gestaltet zu sein und sich trotzdem digital weiter bearbeiten zu lassen.

Geschwindigkeit ist Trumpf

Wer sich mobil bewirbt und die Nachricht auf den Punkt absetzt, erwartet eine schnelle Antwort. Nur leider lässt diese noch viel zu oft zu lange auf sich warten. In manchen Fällen kommt gar keine oder eine verzögerte Antwort auf das Posting. Die Bewerberkommunikation leidet darunter. Schlimmstenfalls kommen Unternehmen und Bewerber nicht zusammen, da manche Bewerber nach wochenlangem Warten das Interesse an der Stelle verloren haben. Unternehmen sind hier gefordert, die Reaktionszeit und den Kommunikationsstil an das Medium anzupassen. Ein zügig aufgebauter direkter Dialog zwischen Unternehmen und Bewerbern ist hier Trumpf.

Auf den Punkt kommen

An Stellenbörsen, Karrierewebseiten oder Stellenanzeigen mangelt es nicht, es mangelt eher an den Inhalten. Bewerber bemängeln, dass viele Seiten inhaltlich überladen und unübersichtlich gestaltet sind. Entweder fehlen wichtige Informationen oder es werden zu viele Informationen auf einmal geliefert. Häufig fehlen wesentliche, für den Bewerber zentrale Informationen zu den Arbeitsinhalten, den Anforderungen und Zielen, zur Gestaltung der Zusammenarbeit oder zu Gehalt und Zusatzleistungen. Bewerber berichten auch, dass sie bei der Auswahl wegen eines fehlenden Skills den Kürzeren zogen und gerade dieser Skill im Jobangebot nicht oder nur sehr unklar kommuniziert wurde. Hätte gleich Klarheit geherrscht, dann hätten sich viele jener Bewerber auf diese Stelle gar nicht erst beworben. Unternehmen können mit einer einfachen und klaren Bewerberkommunikation punkten, in dem sie Klartext reden und sagen, auf was es bei der Stelle ankommt.

Der beklagte Bewerber- bzw. Fachkräftemangel ist an so manchen Stellen und in so manchen Betrieben – ein Stück weit – hausgemacht.


Imke Schabel

Imke Schabel

Imke Schabel ist Geschäftsführerin von Schabel Consulting GmbH und berät seit vielen Jahren Unternehmen bei Fragen der Organisations- und Führungskräfteentwicklung. In Change Prozessen und Projekten managt sie Konflikte und Krisensituationen.

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