Aktuelle Zahlen zum Arbeitsmarkt

Rückgang der Arbeitslosigkeit und hohe Arbeitskräftenachfrage

Der Arbeitsmarkt verzeichnet aktuell positive Entwicklungen: Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen eine Verringerung von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im März 2018 (Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt). Im Vorjahr fiel der Rückgang deutlich geringer aus. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen ist gestiegen und am Arbeitsmarkt herrscht weiterhin eine hohe Nachfrage nach Arbeitskräften. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zahlen der Empfänger von Arbeitslosengeld und ALG II zurückgegangen: 4.260.000 Menschen bezogen im März 2018 Arbeitslosengeld II – ein Rückgang von 168.000 im Vorjahresvergleich. Die Zahl der ALG-Empfänger ist um 49.000 gesunken und betrug im März 768.000. Bis dato wurden seit Oktober 2017 mehr Ausbildungsstellen gemeldet als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig sind weniger Bewerbermeldungen eingegangen. Bisher übersteigt die Anzahl der gemeldeten Ausbildungsstellen die der Bewerber. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Zahlen noch verändern, eine genaue Beurteilung ist laut Bericht noch nicht möglich.

Mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen alle Bundesländer einen Anstieg an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten – ein Plus von insgesamt 2,4 % in ganz Deutschland. Die Spitze bildet Berlin mit einem Zuwachs von 4,3 %, gefolgt von Bayern (2,8 %) und Hessen (+ 2,6 %). Schlusslichter sind Sachsen-Anhalt mit einem Plus von 1,2 % und Thüringen mit einem Anstieg von 0,9 % an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Die größten Zuwächse sind im Bereich qualifizierte Unternehmensdienstleistungen zu beobachten (+ 99.000), gefolgt von Verkehr und Lager, Handel, Pflege und Soziales mit einem Plus von jeweils 74.000 Beschäftigten. Ein Minus zeigt sich nur bei Finanz- und Versicherungsdienstleistungen: Hier nahm die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 1,2 % bzw. 12.000 ab.
Die Zahl der Erwerbstätigen ist im Februar saisonbereinigt um 45.000 gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Bei den sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten ergab sich im Januar ein Plus von 1,8 %, bei den Teilzeitbeschäftigten ein Zuwachs von 4 %. Demgegenüber sind die Zahlen der selbständigen und ausschließlich geringfügig Beschäftigten um 0,6 % bzw. 1,1 % zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr gingen mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zusätzlich einem Nebenjob mit geringfügiger Entlohnung nach (+ 4,5 %).

Deutlich mehr Stellen als im Vorjahr

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der gemeldeten Stellen und der gesamtwirtschaftlichen Stellenangebote deutlich angestiegen. Letztere werden auf Grundlage von repräsentativen Betriebsbefragungen des IAB ermittelt – dabei werden auch Stellen berücksichtigt, die weder der BA noch den Jobcentern gemeldet werden. Im 4. Quartal 2017 belief sich das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot laut IAB auf 1,18 Millionen Stellen. Im Vergleich zum Vorjahr erfolgte eine Erhöhung von 12 % oder 128.000. Der Bestand an gemeldeten Stellen betrug im März 778.000 (nicht saisonbereinigt) – ein Plus von 86.000 (12 %) gegenüber dem Vorjahr. 93 % der Stellen waren zur sofortigen Besetzung vorgesehen. Die Zahl der Stellenzugänge hingegen hat sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,9 % (208.000) verringert. Die Zahl der Stellenabmeldungen belief sich im März 2018 auf 194.000 – ein Plus von 0,9 % im Vorjahresvergleich. 38 % der abgemeldeten Stellen waren über 3 Monate vakant. Die Vakanzzeit – gemessen an dem Zeitraum zwischen gewünschtem Besetzungstermin und Stellenabmeldung – betrug im März 2018 durchschnittlich 106 Tage. Das entspricht einem Plus von 9,4 % oder 9 Tagen im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im gleitenden Jahreszeitraum lag die durchschnittlich abgeschlossene Vakanzzeit bei 101 Tagen – eine Erhöhung von 6 Tagen im Vorjahresvergleich. Die längere Vakanzzeit könne laut Bericht damit zusammenhängen, dass die Stellenbesetzung für Betriebe schwieriger geworden sei. Zwar könne nicht von einem flächendeckenden Fachkräftemangel gesprochen werden, allerdings gäbe es Engpässe in einigen Berufsfeldern (z. B. in der Gesundheits- und Pflegebranche).

Rückgang von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung

Im März betrug die Arbeitslosenquote 5,5 % und ist damit im Vorjahresvergleich um 0,5 % niedriger ausgefallen. Die niedrigste Arbeitslosenquote weisen Bayern (3,2 %), Baden-Württemberg (3,3 %) und Rheinland-Pfalz (4,7 %) auf. Am höchsten ist die Quote in Mecklenburg-Vorpommern (8,8 %) und Bremen (10,1 %). Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind im März 2018 zurückgegangen: Die Arbeitslosigkeit ist saisonbereinigt um 19.000 und die Unterbeschäftigung um 22.000 gesunken. Im Vorjahresvergleich zeigt sich eine Abnahme der Arbeitslosigkeit um 8 % oder 204.000. Die Unterbeschäftigung hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 6 % (232.000) reduziert. In Ostdeutschland ist der Rückgang von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung mit jeweils 9 % im Vorjahresvergleich stärker ausgefallen als im Westen: In Westdeutschland sank die Unterbeschäftigung um 5 %, die Arbeitslosigkeit um 7 %. Der Bericht erklärt den Unterschied damit, dass sich das Arbeitskräfteangebot in Ost- und Westdeutschland unterschiedlich entwickele. Im Osten fiele der demografische Wandel mit einem Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung stärker aus und werde nur z. T. durch Zuwanderung ausgeglichen. Den höchsten Rückgang an Arbeitslosen verzeichnet Sachsen mit einem Minus von 11,5 % im Vorjahresvergleich, gefolgt von Thüringen (- 10,2 %) und Brandenburg (- 10,1 %). Schlusslicht bilden Schleswig-Holstein (- 5,4 %) und Bremen (- 2,5 %). In der gesamten Bundesrepublik beträgt die Abnahme der Arbeitslosigkeit 7,7 % im Vorjahresvergleich. Insgesamt meldeten sich im März 2018 604.000 Personen arbeitslos – ein Plus von 4 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. 692.000 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. Das Risiko aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos zu werden (Zugangsrisiko), ist etwas zurückgegangen: 0,67 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten meldeten sich im Zeitraum von März 2017 bis Februar 2018 im Durchschnitt arbeitslos. Die Chance aus der Arbeitslosigkeit heraus eine neue Beschäftigung aufzunehmen (Abgangsrate) ist gestiegen: Zwischen April 2017 und März 2018 lag sie mit 7,17 % hoher als im Vorjahreszeitraum (6,79 %). Jüngere Arbeitnehmer zwischen 15 und unter 25 Jahren weisen das größte Zugangsrisiko auf (1,16 % im Jahresdurchschnitt). Gründe dafür könnten Schwierigkeiten beim Übergang zwischen Ausbildung und erster Anstellung sowie eine hohe Anzahl befristeter Arbeitsverträge sein. Allerdings haben junge Erwerbsfähige auch eine größere Chance, die Arbeitslosigkeit durch eine neue Anstellung zu beenden: Die Abgangsrate liegt bei 13,04 %. Im Vergleich dazu fällt die Abgangsrate bei älteren Arbeitnehmern über 55 Jahren mit 3,53 % recht niedrig aus. Das Risiko, aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos zu werden, ist bei ihnen jedoch deutlich geringer (0,47 %).

Fazit

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind nach aktueller Arbeitsmarktberichterstattung zurückgegangen – in Ostdeutschland etwas stärker als im Westen. Die Mitarbeiternachfrage ist nach wie vor hoch, ebenso wie die Zahl der gemeldeten Stellen und das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot. Die Vakanzzeit lag im Jahresdurchschnitt bei etwa 101 Tagen.

Quelle Foto: ©  industrieblick / Fotolia

 

 


prosoft-Team

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