WhatsApp-Recruiting: Der Messengerdienst als Recruiting-Kanal

WhatsApp als Recruiting-Tool

Erste größere Experimente mit WhatsApp im Recruiting gab es 2015: Das Daimler Career Team setzte erstmals WhatsApp als Recruiting-Instrument ein, um Nachwuchstalente auf sich aufmerksam zu machen – einige HR-Medien im Internet griffen die Aktion damals auf. Das Besondere: Die jungen Talente – Zielgruppe waren vornehmlich die Generation Y und Z – durften eine Mitarbeiterin (Edith) per WhatsApp einen ganzen Arbeitstag lang begleiten und live erleben, wie ein Tag im HQ aussieht. Per Chat konnten die Interessenten Fragen stellen und Live-Fotos von Edith betrachten. Die Aktion kam an: Über 100 Kandidaten hatten sich für den WhatsApp-Tag angemeldet – 100 waren aufgrund des Gruppenlimits des Messengerdienstes mit dabei.
Eine solche Tagesaktion auf WhatsApp kostet Zeit und Ressourcen. Ob sie lohnenswert ist, verraten wie so oft erst die Erfolgszahlen im Nachhinein. Aber der Messengerdienst lässt sich auch einfach als ein weiterer Kommunikationskanal, z. B. für die Terminkoordination mit Kandidaten, im Recruiting einsetzen.

Die Vorteile von WhatsApp-Recruiting

Hohe Reichweite: Rund 1,5 Milliarden Menschen weltweit nutzen WhatsApp monatlich aktiv – so die Zahlen des Statistikportals statista von Januar 2018. Knapp 60 % verwenden die App mehr als einmal täglich. Besonders beliebt ist der Kurznachrichtendienst unter den 16- bis 18-Jährigen: 96 % nutzen den Kommunikationskanal. Aber auch ältere Nutzer greifen auf die App zurück: Bei den 50- bis 59-Jährigen liegt der Nutzeranteil bei immerhin 40 %. Neben dem Facebook-Messenger gehört WhatsApp zu den beliebtesten Messengerservices überhaupt.
Direkte Kommunikation: WhatsApp ermöglicht eine schnelle und direkte Kommunikation im Echtzeitdialog: Informationen lassen sich schnell versenden und der User sieht anhand des Häkchensymbols, wann seine Nachricht gelesen wurde – es sei denn, die Funktion ist ausgestellt. Da WhatsApp-Messages auf dem Display des Smartphones aufpoppen und die App nicht erst, wie z. B. das E-Mail-Programm, geöffnet werden muss, ist ein besonders schneller und unkomplizierter Antwortprozess möglich. Auf Apple-Bildschirmen wird die Nachricht sogar auf dem Sperrbildschirm angezeigt, so dass der User sein Handy nicht entsperren muss.
Persönliche Kommunikation: WhatsApp erweckt den Anschein einer persönlicheren Kommunikation. Botschaften lassen sich z. B. durch Bilder, Videos und Emojis aufpeppen.
Terminkoordination: Termine (z. B. für ein Bewerbungsgespräch) lassen sich über WhatsApp schnell koordinieren und in den Kalender des Smartphones eintragen.
Geringe Barrieren: Die Kommunikation über WhatsApp erfordert weder einen Log-in noch das Öffnen des E-Mail-Diensts oder den Griff zum Telefon: Die Barrieren für die Kommunikation sind niedrig und die Nachricht ist schnell eingetippt.
Employer Branding: Die Nutzung von WhatsApp im Recruiting kann, wenn sie mit einem passenden Personalmarketing-Mix einhergeht, Signalwirkung entfalten: Das Unternehmen positionieret sich als moderner und innovativer Arbeitgeber, der den Bedürfnissen der Zielgruppe entgegenkommt.

WhatsApp im E-Recruiting

Etwa 5 % der Unternehmen nutzen WhatsApp als Recruiting-Kanal, das ergab die Studie Recruiting Trends 2017 des Staufenbiel Instituts. Damit gehört der Kanal immerhin zu den Top 10 der Social-Recruiting-Channels, die von dem Karrierenetzwerk XING (88 %) und dem sozialen Netzwerk Facebook (72 %) angeführt werden. Zum Vergleich: 2015 nutzten nur 1,3 % der Unternehmen WhatsApp zur Kommunikation mit Bewerbern.
Für Bewerber geht der Trend bei der Jobsuche und Bewerbung zum Smartphone: 76 % der Fachkräfte nutzen für die Jobsuche ein mobiles Endgerät, so die Mobile Recruiting Studie 2017 von meinestadt.de unter wissenschaftlicher Begleitung der Hochschule Rhein-Main. 73 % wollen die Online-Bewerbung über ihr Smartphone oder Tablet abwickeln.
Nicht vernachlässigen sollten Recruiter jedoch das Thema Datenschutz: Hier ist zu überlegen, in welchem Ausmaß der Messengerdienst für welche Aktionen genutzt werden soll.
Mit unserer Bewerbermanagement-Software prosoftrecruiting© können Unternehmen Bewerbern die Möglichkeit bieten, sie per WhatsApp zu kontaktieren – die erste Kontaktaufnahme erfolgt also seitens der Kandidaten. Recruiter hinterlegen einfach eine Mobilnummer in der Stellenanzeige, damit Bewerber schnell Kontakt aufnehmen können. Der Vorteil: Die Kommunikation über WhatsApp bietet kaum Eingangsbarrieren (s. o.) und kann direkt und persönlich erfolgen. Hinsichtlich der Datenschutzvorschriften (EU-DSGVO) bietet die Software verschiedene Funktionalitäten, zum Beispiel einen eigenen Menüpunkt „Datenschutz“: Anwender können hier einsehen, wann die Einwilligung zur Datenverarbeitung erteilt wurde und bis wann diese gültig ist, wofür Bewerber eingewilligt haben (z. B. Telefonkontakt) und ob sie der Datenübertragung an Kooperationspartner oder andere Akteure zugestimmt haben. Löschlisten zeigen alle Kandidaten an, die binnen 14 Tagen zu löschen sind, so dass die Anwender rechtzeitig intervenieren können. Die Löschfristen können individuell in den Einstellungen angepasst werden.

Fazit

WhatsApp ist vor allem für die jüngeren Generationen ein täglich genutztes Kommunikationsmedium: Der Messengerdienst ermöglicht eine schnelle und unkomplizierte Kommunikation. Die Potenziale des Mediums hat sich bisher ein eher geringer Anteil an rekrutierenden Unternehmen zu Nutze gemacht. Auf der einen Seite müssen sie sicherstellen, dass sie datenschutzkonform agieren. Auf der anderen Seite bietet die Kommunikation über WhatsApp viele Vorteile, zum Beispiel hohe Nutzerzahlen, eine direkte und persönliche Kommunikation im Echtzeitdialog und eine schnelle Koordination von Terminen.

Quelle Foto: ©  Sara Michilin / Fotolia


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