Studie zur Candidate Experience: Was zeichnet Top-Unternehmen aus?

Das machen die Spitzenreiter richtig

Was macht einen Bewerbungsprozess für Kandidaten zu einer positiven Erfahrung? Welche Erwartungen haben Bewerber, welche Kanäle nutzen sie? Diese Fragen klären wir mit Blick auf eine aktuelle Studie zur Kandidatenerfahrung in Teil 1 dieser zweiteiligen Reihe. In der Studie EMEA Candidate Experience Research Report von Talent Board wurden 25.000 Jobsuchende zu ihren Erwartungen und ihrem Verhalten im Bewerbungsprozess befragt. Die Studie zeichnet Unternehmen aus, deren Bewerber eine besonders hohe CandEx verzeichnen. Die Top-Arbeitgeber erhielten insgesamt ein positives Gesamtrating. Die Wiederbewerbungs- und Weiterempfehlungswahrscheinlichkeit durch die Kandidaten fiel bei diesen Unternehmen besonders hoch aus. Was fällt bei den Spitzenreitern auf?
• Exzellent bewertete Unternehmen hören ihren Bewerbern besonders gut zu und kommunizieren viel.
• Sie praktizieren ein gezieltes Erwartungsmanagement durch den gesamten Bewerbungsprozess hindurch – vom ersten Kontaktpunkt bis hin zum Onboarding. Dies sorgt dafür, dass die Erwartungen der Kandidaten sich weitestgehend mit der Realität decken, so dass es nicht zu Enttäuschungen kommt.
• Die Top-Unternehmen fühlen sich verantwortlich für die Candidate Experience und wollen diese aktiv beeinflussen. Ein Großteil von ihnen führt regelmäßige Messungen und Evaluationen durch, um die Bewerbererfahrung zu optimieren.
• Kandidaten, die sich bei einem der Spitzenreiter bewarben, empfanden den Bewerbungsprozess als besonders fair. Dies könnte u. a. darauf zurückzuführen sein, dass sie ausführliche Informationen zum Bewerbungsprozess und zu den Prozessabläufen erhalten haben.

Top-Unternehmen messen die Candidate Experience

Unternehmen mit hohen Bewertungen gaben vermehrt an, die Kandidatenerfahrung zu messen und Feedback bei ihren Bewerben einzuholen. Zur Performance-Optimierung gestalten sie Anreizstrukturen, um Recruiter dazu zu motivieren, hohe Werte zu erzielen. Über die Hälfte der am besten bewerteten Unternehmen führt regelmäßige Messungen durch und nimmt diese in das Recruiting-Dashboard auf. 4,4 % fragen die Kandidaten noch vor dem Vorstellungsgespräch nach einem Feedback zum Bewerbungsprozess, knapp 50 % tun dies nach dem Interview oder der Anstellung des Bewerbers. Auffällig ist, dass die Top-Platzierten eher Incentives zur Performanceverbesserung einführen: 26,7 % stimmten zu, dass sie die Bewerbererfahrung regelmäßig in formelle Prüfungen einbeziehen, Messungen vornehmen und diese im Dashboard vermerken sowie monetäre Anreize zur Performance-Optimierung nutzen (z. B. Gehaltserhöhungen, Boni). Betrachtet man die Wertung für die Gesamtunternehmen, verschreiben sich nur 12,2 % diesen Maßnahmen. Ein Fünftel der Unternehmen spricht die Candidate Experience nur dann an, wenn Probleme auftreten. Bei den Spitzenreitern liegt diese Wert mit 6,7 % deutlich niedriger.

Tipps zur Verbesserung der Candidate Experience

Kundenorientierter Ansatz: Als Online-Kunden sind Bewerber die hohe User Experience von Apple & Co. gewohnt. Die Online-Bewerbung sollte ähnlich intuitiv verlaufen oder zumindest frei von Hürden wie einem Log-in Zwang oder langen Bewerbungsformularen sein. Recruiter können den Bewerbungsprozess von Kandidaten durch moderne Technologien wie CV-Parsing vereinfachen. Live-Chats mit Recruitern oder der Einsatz vom Chatbots signalisieren eine hohe Serviceorientierung und erleichtern es den Bewerbern, Fragen zu stellen. Möglichkeiten gibt es viele. Entscheidend ist, dass der Bewerber ähnlich wie ein Kunde behandelt, d. h. umworben oder zumindest wertschätzend behandelt wird.
Marketing-Strategie: Ein strategisches Personalmarketing trägt zur Arbeitgebermarkenbildung bei. Mit einer sichtbaren und attraktiven Employer Brand erhöht das Unternehmen seine Chance auf qualifizierte Bewerbungseingänge. Wichtig für die Marke ist die Online-Arbeitgeberpräsenz, insbesondere die Karriereseite – beides wichtige Touchpoints in der Candidate Journey.
Erwartungsmanagement: Kandidaten wollen im Bewerbungsprozess über den Ablauf und weitere Schritte informiert werden. Laut Studie informieren 65 % der Top-Unternehmen ihre Kandidaten nach dem Interview über die nächsten Schritte. Abgelehnte Bewerber werden zeitnah per E-Mail oder Telefon benachrichtig und von 65 % der am besten bewerteten Unternehmen dazu ermutigt, sich erneut zu bewerben.
Kommunikation und Feedback: Die top-platzierten Unternehmen kommunizieren verstärkt mit ihren Bewerbern und geben zeitnah ein Feedback ab. 57 % der Kandidaten mit einer sehr positiven Candidate Experience erhielten ein generelles Feedback, 21 % eine spezifische und fundierte Rückmeldung. Mehr als die Hälfte von ihnen wurde mehrfach nach einem eigenen Feedback zum Bewerbungsprozess gefragt. Die Kandidaten mit negativen Erfahrungen hingegen wurden in 72 % der Fälle überhaupt nicht nach ihrer Beurteilung befragt. 28 % mussten zwei bis drei Monate oder länger auf eine Rückmeldung des Unternehmens warten. Eine Möglichkeit zur Minimierung von Feedbackzeiten ist eine Standardisierung von Recruiting-Prozessen: Eine Recruiting-Software vereinfacht die Steuerung der Workflows und verkürzt Kommunikationswege. Darüber hinaus bietet sie diverse Funktionen zur Erfolgsoptimierung.

E-Recruiting-Software für eine bessere Candidate Experience

Moderne E-Recruiting-Lösungen wie prosoftrecruiting© vereinfachen den Bewerbungsprozess für Recruiter und Bewerber. Anwender können ihre Workflows effizient steuern und Aufgaben mit einem Aufgabenplaner schnell bearbeiten. Tools wie das Bewerbermatching erleichtern die Vorselektion von Kandidaten nach ausgewählten Kriterien. Mithilfe der Standardisierungen und Funktionen können Recruiter den Bewerbungsprozess verkürzen, um Kandidaten zeitnah ein Feedback zu geben. Die Software vereinfacht die Kommunikation mit Bewerbern: Recruiter greifen z. B. auf E-Mail-Templates zurück, nutzen den automatischen E-Mail-Versand und generieren Textbausteine, die sie einfach in die E-Mails einfügen. Dank Statusmeldungen und Fristerinnerungen bleiben sie im Bewerbungsprozess up to date. Die mobiloptimierte Software ermöglicht Bewerbern eine komfortable Online-Bewerbung inkl. CV-Parsing: Nach Upload des Lebenslaufs liest der Parser die Daten aus der Bewerbungsmappe aus und überträgt sie automatisch in die vorstrukturierten Datenfelder der Bewerbermaske. Das multilinguale Tool parst auch fremdsprachige Bewerbungen in verschiedenen Formaten (z. B. DOC, DOCX, RTF, HTML, TIFF, TXT, XML und EML).

Fazit

Unternehmen, deren Bewerber über eine besonders positive Candidate Experience berichten, zeichnen sich durch verschiedene Praktiken aus: Sie hören ihren Kandidaten zu und kommunizieren im Schnitt mehr mit ihnen. Die Unternehmen beitreiben ein aktives Erwartungsmanagement, um Bewerber auf dem neuesten Stand zu halten und falsche Erwartungen zu revidieren. Ein Großteil der top bewerteten Unternehmen misst die CandEx regelmäßig, fragt Kandidaten nach ihrem Feedback und führt ggf. Anreizstrukturen ein, um die Kandidatenerfahrung zu optimieren.

Quelle Foto: Fotolia © Paolese


Farid Jammali

Farid Jammali

Farid Jammali ist Marketingleiter und versteht sich in der Vermarktung komplexer Softwarelösungen über alle Marketing-Kanäle hinweg.

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