Stellenanzeigen optimieren: HR-SEO und Multiposting

Trends im E-Recruiting

85 % der Unternehmen nutzen laut Statistikportal statista Online-Stellenanzeigen. E-Recruiting ist aus der Rekrutierungslandschaft nicht mehr wegzudenken. Zwar hat die klassische Stellenanzeige in den Printmedien nicht ausgedient – etwa für weniger medienaffine Bewerber und bestimmte Zielgruppen (z. B. Fachzeitschriften für Ingenieure). Doch bewerben sich immer mehr Kandidaten online über Internet-Stellenbörsen. Mehr als drei Viertel der Fachkräfte greifen für die Jobsuche auf ein mobiles Endgerät zurück, so die „Mobile Recruiting Studie 2017“ von meinestadt.de unter wissenschaftlicher Begleitung der Hochschule Rhein-Main. Für Unternehmen gibt es mehrere Möglichkeiten, um ihrer Stellenanzeige zum Erfolg zu verhelfen, darunter:
• Mobiloptimierung der Stellenanzeige
• die richtige Zielgruppenansprache & Targeting
• Suchmaschinenoptimierung der Stellenausschreibung (HR-SEO)
• eine kennzahlengestützte Auswahl von Stellenbörsen
• Tools zur Reichweitenmaximierung, zum Beispiel Multiposting
Die Methoden helfen dabei, die 3 wichtigsten Ziele der Stellenveröffentlichung zu erreichen:
1. Die Anzeige wird mithilfe der richtigen Keywords gefunden.
2. Die Ausschreibung wird angeklickt.
3. Der Kandidat wird zur Bewerbung bewegt.

Wie schreibe ich eine suchmaschinenoptimierte Stellenanzeige?

Die richtigen Keywords tragen dazu dabei, dass eine Stellenausschreibung besser über (Job-)Suchmaschinen gefunden wird. Um die Anzeige zielgruppengerecht zu formulieren, ist es sinnvoll, sich in die Position des Bewerbers hineinzuversetzen: Nach welchen Begriffen sucht die Zielgruppe? Was sind die Hauptsuchwörter? Welche Hauptstandorte werden gesucht? Ein mögliches Tool für die SEO-Analyse ist Google Trends: Über den Online-Dienst von Google lassen sich Suchvolumen von Keywords abrufen. In der Leiste „Beruf und Ausbildung“ können Recruiter Stellentitel auf ihre Suchhäufigkeit und auf Entwicklungstrends untersuchen: Softwareentwickler wird bspw. häufiger gesucht als Software Entwickler.

Wenn möglich, sollten die Stellentitel kurz und prägnant sein. Werden spezifische Qualifikationen gesucht, kann es sinnvoll sein, diese im Titel zu nennen (z. B. Verkäufer im Textileinzelhandel). Das kann die Zahl der Gesamtklicks zwar einschränken, aber die Qualität der Bewerbungseingänge verbessern.
Um in Googles Trefferliste (Google Jobs) aufzutauchen, sollten Unternehmen auf ein sauberes Datenfeed achten. Ebenso sind Arbeitgeber in puncto HR-SEO gut beraten, ihre Stellenanzeigen mit strukturierten Daten zu bestücken.
1. Prüfen Sie Ihre Karriereseite und Ihre Stellenanzeigen auf eindeutige URLs auf Ihre eigenen Domain.
In der URL einer Stellenanzeige sollten Stellenbezeichnung und Standort angegeben sein. Beispiel: www.ihredomain.de/karriere/marketing-manager-berlin.
2. Prüfen Sie Ihre Stellenanzeige über das Test-Tool von schema.org. Konkretisieren Sie Ihre Stellenanzeige dabei so spezifisch wie möglich, denn ein User sucht nicht nur nach den Keywords „Standort“ und „Stellentitel“, sondern auch nach Kombinationen wie „Stellentitel“ und „Art der Anstellung“ oder „Stellentitel“ und „Branche“. Aktuell sind mehr als 289 Kombinationen möglich!
3. Definieren Sie konkrete Titel und Meta-Descriptions.
4. Ein responsives Design ist ein Muss.
5. Binden Sie Stellenanzeigen nicht mittels iFrame ein!

Wie erreiche ich meine Zielgruppe?

Die richtige Zielgruppenansprache ist wichtig, um die Qualität der Bewerbungseingänge zu gewährleisten. Mit einem interessanten Einstieg gelingt es, die Aufmerksamkeit potenzieller Bewerber zu binden. Die aus Bewerbersicht ansprechenden Inhalte sollten an erster Stelle stehen. Experimentieren und Erfolgsmessung sind hilfreich, um die Anzeigengestaltung- und -streuung zu optimieren. So kann bspw. getestet werden, ob die Anzeige besser funktioniert, wenn von einer festgefahrenen Struktur (Unternehmensschreibung, Anforderungen etc.) abgerückt wird.
Eine Methode für ein schärferes Zielgruppen-Targeting sind Candidate Personas – fiktive Bewerberprofile, die einen idealtypischen Kandidaten beschreiben. Diese definieren fachlichen Anforderungen, persönliche Eigenschaften, Vorstellungen und Ansprüche des Wunschkandidaten. Für die unterschiedlichen Vakanzen können verschiedene Personas erstellt werden, die die Zielgruppe repräsentieren. Neben den im klassischen Anforderungsprofil angeführten Skills sind z. B. folgende Charakterisierungen relevant:
• Die Persönlichkeitsstruktur des Kandidaten
• Demographische Daten
• Die beruflichen Ziele und Erwartungen des potenziellen Bewerbers
• Persönliche Vorlieben und berufliche Präferenzen
• Berufliche Motivationsfaktoren und Frustrationsfaktoren
• Die aktuelle berufliche und private/familiäre Situation des Kandidaten
• Beweggründe für einen Stellenwechsel
• Nutzerverhalten im Internet
• Präferierte Online-Kanäle (z. B. Facebook, LinkedIn, XING, Twitter, Fachforen)

Multiposting: Was ist das?

Heutzutage veröffentlichen Arbeitgeber ihre Stellenanzeigen i. d. R. in mehreren Stellenportalen. Um die Anzeigen nicht für jedes Portal manuell hochladen und einpflegen zu müssen, können Recruiter die Multiposting-Funktion nutzen: Beim Job-Multiposting streuen sie ihre Stellenanzeige in mehreren Online-Portalen gleichzeitig, um die Reichweite der Anzeige zu maximieren. Mit prosoftrecruiting© bspw. können Anwender die Ausschreibung zusätzlich in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit und per Schalterfunktion auf der eigenen Karriereseite veröffentlichen. Erstellt und gelayoutet werden die Anzeigen im eigenen CI mit dem Stellenanzeigen-Konfigurator. Zur Auswahl der richtigen Stellenportale eigenen sich entsprechende Kennzahlen (z. B. die Zahl der Bewerbungseingänge je Quelle oder die Beschaffungskanaleffektivität).
Mehr zur Auswahl der richtigen Stellenportale erfahren Sie hier.

Fazit

Die Performance der Stellenanzeige lässt sich durch verschiedene Maßnahmen und Tools beeinflussen: Indem Recruiter HR-SEO-Kriterien einhalten, tragen sie zu einem besseren Suchmaschinenranking ihrer Anzeige bei. Durch ein erfolgreiches Zielgruppen-Targeting, z. B. mithilfe von Candidate Personas, verbessern sie die Qualität eingehender Bewerbungen. Um die Reichweite der Stellenanzeige zu maximieren, können sie auf Tools wie Multiposting zurückgreifen: Per Multi-Channel-Posting veröffentlichen sie ihre Ausschreibung mit wenigen Klicks in ausgewählten Stellenportalen und sparen dadurch Zeit und Ressourcen gegenüber der manuellen Stellenschaltung.

Quelle Foto: Fotolia © Ekaterina


Farid Jammali

Farid Jammali

Farid Jammali ist Marketingleiter und versteht sich in der Vermarktung komplexer Softwarelösungen über alle Marketing-Kanäle hinweg.

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