5 Wege zum Recruiting-Erfolg

Herausforderungen im Recruiting

Etwa 1,6 Millionen Stellen können deutsche Unternehmen laut DIHK-Arbeitsmarktreport 2018 nicht besetzen, weil es an Fachkräften mangelt. In der Zeitarbeitsbranche sind es rund 83 % der Firmen, die über Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung klagen. Für Unternehmen bedeuten lange Vakanzzeiten Produktivitätsverluste und Mehrarbeit für die Stammbelegschaft. Der Kundenservice leidet, Auftragsspitzen lassen sich nicht effektiv nutzen. Hier ist primär die Politik gefragt, um Änderungen einzuleiten. In ihrem Konzept zur Fachkräftesicherung stellt die Bundesregierung 5 Sicherungspfade vor, um die Fachkräfteversorgung in Deutschland sicherzustellen. Im Fortschrittsbericht werden erste Erfolge festgehalten.
Auf bessere Entwicklungen zu warten, können sich Recruiter nicht leisten: Das Problem betrifft sie hier und jetzt unmittelbar. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die eigene Wettbewerbsposition als Arbeitgeber zu stärken. Wir nehmen 5 Wege unter die Lupe.

Employer Branding

Im Zuge des Wettbewerbs um qualifizierte Mitarbeiter hat das Employer Branding als strategische Investition an Bedeutung gewonnen. Eine profilscharfe Arbeitgebermarke wirkt auf die richtige Bewerberzielgruppe: Die Arbeitgeberbotschaften sind zielgruppenspezifisch und holen Bewerber in ihrer Lebenswelt ab. Mit der Arbeitgebermarke schärft das Unternehmen seine Identität als Arbeitgeber. Wie bei der Identitätsbildung werden einige Merkmale integriert, andere ausgelagert. Employer Branding bietet Unternehmen die Chance, ihr Markenimage zu gestalten – durch Strategien der Arbeitgeberkommunikation und Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Rahmen der Personal- und Organisationsentwicklung. Arbeitsbedingungen wirken auf die objektiven Merkmale des Arbeitgebers, die neben den emotional assoziierten Merkmalen (z. B. Prestige, Tradition, Authentizität) die Employer Brand ausmachen. Ausgewählte Eigenschaften, Werte und Merkmale werden zu einer Marke geformt, die bei Mitarbeitern und Bewerbern bestimmte Assoziationen hervorrufen soll. Durch die Employer Brand grenzen sich Arbeitgeber positiv von der Konkurrenz auf dem Bewerbermarkt ab.

Recruiting-Analytics

Performance-Kennzahlen helfen dabei, den Recruiting-Prozesse und die Touchpoints in der Candidate Journey zu optimieren, zum Beispiel die Resonanz auf der eigenen Karriereseite. Relevante Kennzahlen wie die Anzahl der Bewerbungen oder die Einstellungsquote nach Quelle ermöglichen Aussagen über die Effizienz des Bewerbungsprozesses. Durch KPI-Analysen können Recruiter Stärken und Schwächen im Recruiting-Prozess aufdecken: Nach Identifizierung erfolgsversprechender Channels lassen sich diese bspw. besser budgetieren. Hohe Werte wie eine überdurchschnittliche Time-to-Interview könnten darauf hindeuten, dass Bewerber lange auf Feedback warten müssen. Springen in diesem Zeitraum viele Kandidaten ab, ließe sich die Abbruchquote durch schnellere Feedbackzeiten ggf. verringern. Hier kann ein effizienterer Kommunikationsprozess Abhilfe schaffen: Bewerber erhalten z. B. Wartebriefe und werden über den weiteren Verlauf informiert. Zur Verkürzung von Kommunikationswegen und Feedbackzeiten können digitale Recruiting-Lösungen sinnvoll sein.

Candidate Experience

Im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter ist die CandEx zu einem Wettbewerbsfaktor geworden. Sie setzt sich zusammen aus der Summe der Erfahrungen, die ein Bewerber im Recruiting-Prozess mit einem potenziellen Arbeitgeber sammelt. Die Erfahrungen im Bewerbungsprozess haben Auswirkungen auf seine Einstellung gegenüber dem Unternehmen. Das Internet, speziell Arbeitgeberbewertungsportale wie z. B. kununu oder glassdoor, bieten Plattformen, um die Erfahrungen zu teilen. Laut Studie nutzt etwa ein Fünftel der Fach- und Führungskräfte Arbeitgeberbewertungen bei der Suche nach einem Arbeitgeber. Eine positive Candidate Experience kann sich sowohl auf das Arbeitgeberimage als auch auf den Bewerbungsprozess auswirken: Macht der Bewerber gute Erfahrungen, etwa durch Wertschätzung und geringe Barrieren, zieht er die Bewerbung mit höherer Wahrscheinlichkeit bis zum Ende durch. Die Zahl der Bewerbungsabbrüche sinkt.
Mehr zu den praktischen Gestaltungsmöglichkeiten der Candidate Experience erfahren Sie in unserem Seminar „Mit Employer Branding die Candidate Experience steigern“.

E-Recruiting-Software

Bewerbermanagement-Systeme bieten Lösungsansätze für ein erfolgsoptimiertes Recruiting. In einer Recruiting-Software haben Recruiter zentralen Zugriff auf Bewerberdaten. Erfolgt die Teamkollaboration über die Software, lassen sich Kommunikationswege verkürzen. Mit Softwarelösung wie prosoftrecruiting© können Recruiter Aktionen per Mausklick auslösen und dadurch Feedbackzeiten minimieren: Sie verschicken zum Beispiel Wartebriefe oder Intervieweinladungen per Direktaktion. Workflows und Aufgaben definieren sie in der Software. Für ein zeitsparendes Aufgabenmanagement lassen sich To-dos erstellen, priorisieren und terminieren. Funktionen wie das Bewerbermatching unterstützen eine schnelle Vorqualifizierung von Kandidaten: Der Algorithmus vergleicht Stellenanforderungen und Bewerber nach auswählbaren Kriterien. Für das Matching auf Skillebene lassen sich Skill präzise definieren, z. B. aus dem Kompetenzkatalog der Bundesagentur für Arbeit. Der Algorithmus berücksichtigt neben Skills auch weitere Faktoren wie z. B. Mobilität und Schichtbereitschaft. Um Tipparbeit für Recruiter und Bewerber zu ersparen, bietet prosoftrecruiting© einen CV-Parser: Der multilinguale Parser liest komplette Bewerbungsmappen aus und überträgt die Daten in die Online-Bewerbermaske sowie in Kandidatenprofile.
Mehr Informationen zu den Funktionen unserer Bewerbermanagement-Lösung finden Sie hier.

Die Karriereseite

Die Karrierepage ist ein zentraler Kontaktpunkt in der Candidate Journey. Für Kandidaten erfüllt sie eine wichtige Informationsfunktion: Sie informieren sich über das Unternehmen als Arbeitgeber, Tätigkeitsbereiche und Vakanzen. Arbeitgeber können die Karriereseite als Instrument im Personalmarketing nutzen, indem sie besondere Arbeitgebereigenschaften kommunizieren. Ein professioneller Aufbau der Karriereseite erhöht das subjektive Nutzungserlebnis (User Experience) für den Besucher. Einige Gestaltungsgrundsätze sind dabei sinnvoll, zum Beispiel eine einfache Navigation auf wenigen Ebenen und eine klare Nutzerführung. Die Website sollte für die mobile Nutzung optimiert sein und einen Informationswert bieten. Spricht das Unternehmen verschiedene Zielgruppen an, sollte es diese gezielt zu den relevanten Informationen führen (z. B. Schüler, die sich über Ausbildungsmöglichkeiten informieren, Absolventen, die nach Einstiegsmöglichkeiten suchen oder Berufserfahrene, die an Vakanzen interessiert sind).

Fazit

Recruiter haben in Zeiten von Fachkräfteengpässen und demografischem Wandel mit Herausforderungen zu kämpfen. Die richtigen Strukturen zu schaffen ist Aufgabe von Politik und Wirtschaft. Arbeitgebern stehen mehrere Möglichkeiten offen, um ihre Wettbewerbsposition in schwierigen Zeiten zu verbessern, zum Beispiel Employer Branding zur Stärkung der Arbeitgebermarke oder ein optimiertes Recruiting durch Kennzahlen und digitale Lösungen.

Quelle Foto: Fotolia © Tiago


Farid Jammali

Farid Jammali

Farid Jammali ist Marketingleiter und versteht sich in der Vermarktung komplexer Softwarelösungen über alle Marketing-Kanäle hinweg.

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