Wie ticken Nachwuchskräfte in der Zeitarbeitsbranche?

Das motiviert die junge Generation

Wie ticken junge Arbeitnehmer in der Zeitarbeitsbranche? Was motiviert sie? Welche Kanäle bevorzugen sie für die Jobsuche? Eine Studie des Bundesarbeitgeberverbands der Personaldienstleister beantwortet Fragen zur Lebens- und Arbeitswelt junger Nachwuchskräfte aus der Branche. Im Rahmen der Studie wurden 553 Teilnehmer zwischen 18 und 39 Jahren aus ganz Deutschland befragt. Mit 64 % ist ein Großteil der Befragten weiblich, knapp ein Drittel ist zwischen 26 bis 29 Jahre alt. Die Ergebnisse der Studie können insbesondere für Arbeitgeber und Recruiter interessant sein: Sie zeigen, welche Rekrutierungskanäle für die Personalgewinnung unter Young Professionals populär sind und was sie bei der täglichen Arbeit motiviert. Im Vergleich zur Studie Junge Deutsche 2017 fällt auf, dass das Gehalt für die Nachwuchstalente aus der Branche eine geringere Rolle spielt als im branchenübergreifenden Durchschnitt: Rankt der Lohn unter der jungen Deutschen auf Platz 2, liegt er bei jungen Talenten aus der Zeitarbeitsbranche erst an 5. Stelle. Der größte Motivationsfaktor für Nachwuchskräfte aus der Zeitarbeit sind die Freude bei der Arbeit und das Team-Gefühl: Ein gutes Miteinander und eine erfüllende Tätigkeit motivieren sie am meisten. Für Arbeitgeber ist das eine gute Nachricht: Viele wünschen sich intrinsisch motivierte Mitarbeiter, die Leidenschaft für ihre Arbeit aufbringen können.
Intrinsische Motivation: Eine intrinsisch motivierte Person folgt einem inneren Antrieb wie Freude, Interesse oder Neugier. Die Handlung erfolgt nicht primär aufgrund von externen Umweltanreizen (z. B. antizipierten Belohnung, Vermeidung von Bestrafung), sondern um ihrer selbst willen.
Extrinsische Motivation: Ist eine Person extrinsisch motivier, handelt sie aufgrund einer erwarteten Belohnung oder versucht, negative Konsequenzen zu vermeiden. Da diese Form der Motivation zielgebunden ist, kann sie mit der Zielerreichung erlischen und ist kurzfristiger.
Interessant im Kontext der Arbeitsleistung sind die Leistungs- und Gruppenmotivation, die u. a. mit dem Streben nach Anerkennung zusammenhängen – Anerkennung ist laut Befragung der der viertwichtigste Motivationsfaktor für die jungen Nachwuchstalente der Branche:
Gruppenmotivation: Die Gruppenidentität spielt für die Studienteilnehmer eine wichtige Rolle. Ein gemeinsames Gruppenziel, gegenseitige Anerkennung und der Wunsch nach Gruppenzugehörigkeit können motivierend wirken. Klar definierte Ziele ermöglichen gemeinsame Erfolgserlebnisse. Eine transparente Aufgabenverteilung hilft dabei, individuelle Leitungszuschreibungen zu vereinfachen und dem Trittbrettfahrerproblem (social loafing) entgegenzuwirken.
Leistungsmotiv: Eine leistungsmotivierte Person ist bestrebt, ihre eigene Leistung zu messen und unter bestimmten Umständen zu erhöhen. Auf ein erfolgreiches Leistungsergebnis folgen häufig affektive Reaktionen wie Freude oder Stolz. Der antizipierte Erfolg und Misserfolg sind im Kontext des Leistungsmotivs handlungsleitend. Die Person vergleicht ihre Leistung mit ihrem bisher erreichten Leistungsniveau (individuelle Bezugsnorm) oder mit den Leistungen von Bezugsgruppen (soziale Bezugsnorm).

Welche Kanäle nutzt die junge Generation für die Jobsuche?

Als Kommunikationskanal ist WhatsApp die Nummer 1 für Generation Y und Z: 96 % nutzen den Messengerdienst. Die Popularität von WhatsApp zeigen auch die Nutzerzahlen des Statistikportals statista: Rund 1,5 Milliarden Menschen weltweit nutzen den Kurznachrichtendienst monatlich aktiv. Knapp 60 % verwenden die App mehr als einmal täglich. Bei den Unternehmen sind es etwa 5 %, die WhatsApp als Rekrutierungskanal nutzen (Recruiting Trends 2017). Im Vergleich zum branchenübergreifenden Durchschnitt, erfreut sich die Karriereplattform XING unter Nachwuchskräften aus der Zeitarbeit einer höheren Beliebtheit: 42 % nutzen das Portal. Für Recruiter stellt XING vor allem ein wertvolles Instrument für das Active Sourcing dar: Etwa ein Fünftel der Unternehmen sucht laut Monster Recruiting Studie auf XING nach Kandidaten. Etwa ein Viertel der XING-User nutzt die Plattform, um sich mit Unternehmen zu vernetzen. Fast 60 % werden lieber von Unternehmen angesprochen, als sich initial zu bewerben. Die 18- bis 39-jährigen Befragten aus der Zeitarbeitsbranche vertrauen bei der Jobsuche gerne auf Empfehlungen von Freunden und Bekannten (60 %). Der beliebteste Kanal für die Stellensuche sind Online-Channels, zum Beispiel Jobportale. Erst kürzlich hat eine Studie des unabhängigen Marktforschungsunternehmens Lünendonk ergeben, dass Zeitarbeitsunternehmen fast ein Drittel ihrer Mitarbeiter über Online-Stellenbörsen rekrutieren – ein Plus von fast 6 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Ebenfalls wichtig für die Jobsuche sind Social-Media-Kanäle: 53 % der jungen Generation nutzen Kanäle wie Facebook für die Suche nach Jobmöglichkeiten. Hier ein paar Anregungen zur Personalgewinnung über die sozialen Medien.

Was bedeutet eigentlich Generation Y und Z?

Als Generation Y und Z werden zwei für den Arbeitsmarkt relevanten Generationen bezeichnet. Je nach Zeitraum, in dem sie aufgewachsen sind, wurden sie durch unterschiedliche kulturelle, technische und sozioökonomische Entwicklungen geprägt. Jeder Generation werden spezifische Charakteristika zugeschrieben, zum Beispiel Einstellungen und Werte.
Generation Z: Mitglieder den Generation Z sind digital natives: Die digital sozialisierte Generation ist im Unterschied zu den digital immigrants von frühem Kindesalter an mit Smartphone, Tablet und Co. aufgewachsen. Der Umgang mit der Online-Welt, Touchpads und anderen Technologien ist für sie selbstverständlich.
Generation Y: Die je nach Klassifikation zwischen 1980 und 2000 geborenen Mitglieder der Gen Y gehören zur ersten Generation der digital natives: Globalisierung und Digitalisierung haben sie miterlebt.

Fazit

Junge Nachwuchskräfte aus der Zeitarbeitsbranche motivieren allen voran die Freude an der Arbeit und das Team-Gefühl. Anerkennung folgt auf Platz 4 und das Gehalt erst an 5. Stelle. Der am häufigsten genutzte Kommunikationskanal ist WhatsApp. Knapp die Hälfte der Befragten nutzt XING. Für die Jobsuche sind Online-Kanäle am populärsten. Auch Empfehlungen von Freunden und Bekannten stehen bei der Stellensuche hoch im Kurs. Über die Hälfte sucht auch über die sozialen Medien nach einer Stelle.

Quelle Foto: © nd3000 / Fotolia


prosoft-Team

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