Multi-Channel-Posting: Welche Jobportale machen Sinn?

Bewerberreichweite erhöhen

Reichweite und Qualität: Das sind die Hauptindikatoren bei der Auswahl geeigneter Stellenportale. Die Wahl der richtigen Kanäle ist entscheidend für den Recruiting-Erfolg. Eine hohe Bewerberquote vergrößert die Auswahlmöglichkeit, gleichzeitig aber auch den Zeit- und Ressourcenaufwand der HR-Abteilung. Das Kriterium der Bewerberqualität bzw. Passgenauigkeit der Kandidaten ist deshalb mindestens genauso wichtig. Mit diesen Anforderungen im Hinterkopf kämpfen sich Recruiter durch den Dschungel der über 1.000 Stellenportale in Deutschland – und das, wenn sie sich auf Onlineplattformen beschränken. Als Recruiting-Kanal gehört die Online-Stellenbörse zu den beliebtesten Medien. Rund ein Drittel aller Stellensuchenden greifen auf Onlineportale zurück, fast 40 % von ihnen konnten über das Medium eine neue Stelle finden, so die JobGuru-Umfrage „Bewerbungstrends 2016“. In einer weiteren Jobbörsen-Nutzerumfrage gaben 87 % der Jobsuchenden an, mehr als ein Stellenportal zu nutzen. Auch Arbeitgeber publizieren ihre Stellenanzeigen häufig in verschiedenen Online-Jobbörsen, um durch die höhere Sichtbarkeit eine Reichweiterverbesserung zu erzielen. Je nach Anzahl der gewählten Portale ist es sehr zeitaufwändig, die Inserate in jedem einzelnen Kanal zu schalten. Eine Möglichkeit zeitsparend und effizienzsteigernd zu agieren ist die Nutzung von Multi-Channel-Posting, also der Mehrfachschaltung von Stellenanzeigen. Per Mausklick kann die entsprechende Stellenanzeige auf mehreren Jobportalen gleichzeitig veröffentlicht werden. Nutzbar ist das Feature beispielsweise als Komponente einer geeigneten E-Recruiting-Software. Weniger sinnvoll ist es, die Stelle einfach in möglichst vielen Portalen zu streuen, um eine maximale Bewerberreichweite zu erzielen. Die Wahl der richtigen Jobportale ist entscheidend, um Streuverluste zu minimieren und die passende Zielgruppe zu erreichen.

Unter den mehr als 1.000 Jobbörsen gibt es einige grundlegende Unterschiede. Klassifizieren lassen sie sich zum Beispiel nach Zielgruppe in Stellenbörsen für Generalisten oder Spezialisten sowie nach globalem, nationalem oder regionalem Radius. Einen Unterschied gibt es auch in der Art der Plattform: Handelt es sich zum Beispiel um ein informatives Karrierenetzwerk wie CarrerBuilder, das neben einer Suchfunktion für Stellen auch verschiedene Karriere- und Bewerbungstipps anbietet? Oder um einen Kleinanzeigenmarkt wie Yakaz, der neben Stellenangeboten eine Sammlung von Kleinanzeigen anbieten. Metasuchmaschinen oder vertikale Suchmaschinen wie indeed durchsuchen das Internet nach Jobs und stellen eine aggregierte Auswahl zusammen. Die Jobsuchmaschinen durchforsten zum Beispiel die größten Online-Stellenbörsen, Karriere- oder Unternehmenswebseiten, Websites von Personalvermittlern, Personalberatungen und HR-Agenturen, Online-Zeitungen oder die Internetpräsenz von Behörden. Suchmaschinen, die Suchbegriffe semantisch verlinken, zeigen auch verknüpfte Treffer an. Beispielsweise wenn die Suche nach „Lehrer“ auch Stellenangebote in der Erwachsenenbildung anzeigt.

Die richtigen Stellenportale finden

Eine gezielte Ansprache passender Bewerber setzt zunächst eine Definition der Zielgruppe voraus. Anschließend stellt sich die Frage, welche Stellenportale die Zielbewerber vorrangig nutzen. In einer Nutzerbefragung hat das Jobbörsen-Informationsportal „Crosswater Job Guide“ 5.700 Arbeitgeber und 43.000 Bewerber über ihre Top-Stellenbörsen befragt. Das sind die Top 3 der Nutzerbefragung 2015:
Generalisten:
1. StepStone: Online-Jobbörse mit Ausrichtung auf Fach- und Führungskräfte.
2. Jobware: Online-Stellenportal für Fach- und Führungskräfte mit großem Partnernetzwerk.
3. kalaydo: Anzeigenportal regionaler Zeitungen mit Stellenangeboten.

Spezialisten:
1. jobvector: Stellenmarkt für Ingenieure, Mediziner und Naturwissenschaftler.
2. yourfirm: Stellenbörse für Fach- und Führungskräfte für mittelständische Unternehmen.
3. Hotelcareer: Internet-Jobbörse für Stellen im Hotel- und Gastgewerbe.

Jobsuchmaschinen:
1. kimeta: Durchsucht Jobbörsen, Karriereseiten und Personalberatungen nach Stellenanzeigen.
2. indeed: Metasuchmaschine mit mehr als 16 Millionen Stellenangeboten weltweit.
3. Jobsterne: Durchsucht das Internet nach Stellen in der Hotellerie und Gastronomie.

Ein weiterer wichtiger Indikator zur Auswahl geeigneter Stellenbörsen ist die Reichweite oder Besucherfrequenz. Je höher die Reichweite, desto mehr potentielle Bewerber nutzen die Plattform. Richtet sich die Jobbörse an die gesuchte Zielgruppe erzielt das Unternehmen eher eine hohe Bewerberquote als in Portalen mit niedriger Reichweite. Als zusätzlicher Performance-Indikator eignet sich auch die Anzahl der publizierten Stellenanzeigen. Sind kaum Stellen über die Plattform auffindbar, ist auch die Wahrscheinlichkeit gering, dass Bewerber dort nach Stellen suchen. Ein weiteres Kriterium ist die Zufriedenheit von Arbeitgebern und Bewerbern mit dem jeweiligen Stellenportal. Auskunft über die Seitenabrufe der Stellenportale gibt das Alexa-Traffic-Ranking. Zur zielgenauen Messung von Performance-Indikatoren eignen sich außerdem softwaregestützte Analyse- und Reportingfunktionen (HR-Analytics). Zur Optimierung der Recruiting-Kanäle können Unternehmen beispielsweise die erfolgten Bewerbungseingänge nach Quelle oder die Anzahl erfolgreicher Stellenbesetzungen messen.

Der Jobbörsen-Kompass von Crosswater bietet eine ausführliche Bewertung von Online-Jobportalen und Jobsuchmaschinen aus Arbeitgeber- und Bewerbersicht. Die Arbeitgeberbewertungen lassen sich u. a. nach Branche, Unternehmensgröße oder Region ordnen. Wählt man beispielsweise die Ordnung nach Branche, gewinnt man einen Überblick über die Zufriedenheit, Bewerberresonanz, Weiterempfehlung und Anzahl der Bewerbungen für Jobbörsen der jeweiligen Branche. Aus Bewerbersicht können die Umfrageergebnisse u. a. nach Wunschbranche, Berufsfeld, Studiengebiet oder Berufsstatus tabellarisch angezeigt werden. Wählt man hier die Kategorie Berufsfeld, erhält man einen Überblick über z. B. alle Jobbörsen, in denen sich Bauingenieure bewerben. Die Ergebnisse werden angezeigt in den Kategorien Zufriedenheit, Suchqualität, Weiterempfehlungsquote und Anzahl der Bewerbungen. Die dritte Option ist eine Anzeige der Performance-Indikatoren von Jobbörsen nach Zielgruppen: von Jobbörsen für Generalisten bis zu spezifischen Jobbörsen für Apotheker oder Zeitarbeitnehmer. Hier wird angezeigt, wie viele Stellenanzeigen auf dem jeweiligen Portale geschaltet wurden, wie hoch die Anzahl der monatlichen Besucher ist, welche Position im Alexa-Ranking die Jobbörse erzielt und ob die Reichweite relevant ist.

Fazit

Die Mehrfachschaltung von Stellenanzeigen (Multi-Channel-Posting) ermöglicht es Unternehmen, ihre Bewerberreichweite zu erhöhen. Allerdings gilt hierbei nicht die Devise „viel hilft viel“. Am erfolgversprechendsten ist die Strategie, Stellenportale nach ihrer Reichweite und Passgenauigkeit bzgl. der Bewerberzielgruppe auszuwählen. Dafür eignen sich verschiedene Performance-Indikatoren wie die Reichweite, die Zahl der publizierten Stellen oder die Zufriedenheit der User mit dem jeweiligen Portal.

Quelle Foto: Fotolia © fizkes 


Denny Hölscher

Denny Hölscher

Als geschäftsführender Gesellschafter der prosoft Vertriebs- und Consulting GmbH verantwortet Denny Hölscher die Bereiche Vertrieb, Marketing und Support für Deutschland und Österreich. Sein Ziel: „Zufriedene Kunden, innovatives Marketing, optimale Prozessabläufe und solide Expansion.”

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