Welche HR-Technologien nutzen Bewerber?

Wie verbreitet ist die Nutzung von HR-Technologien unter Jobsuchenden?

E-Recruiting-Technologien und die Digitalisierung von HR-Prozessen bieten Recruitern neue Möglichkeiten zur Gestaltung des Bewerbungsprozesses. Unter den Early Adopters der HR-Technologien befinden sich vor allem Millennials und Angehörige der Generation Z:
Generation Z: Die heute ca. 18- bis 21-jährigen Mitglieder der Gen Z gehören zu den digital natives: Im Unterschied zu den digital immigrants sind sie seit frühem Kindesalter mit Smartphone, Tablet & Co. aufgewachsen. Die digitalen Technologien sind fester Bestandteil ihres Sozialisierungsprozesses. Der Umgang mit der Online-Welt, Touchpads und anderen Technologien ist für diese Generation eine Selbstverständlichkeit. Da die jungen Menschen die Wirtschaftskrise miterlebt haben, legen viele von ihnen Wert auf einen sicheren Arbeitsplatz.
Millennials: Unter den Millennials wird die Vorgängergeneration der Gen Z zusammengefasst (Generation Y). Die Bezeichnung rührt daher, dass die Mitglieder der je nach Klassifikation zwischen 1980 und 2000 geborenen Millennials um die Jahrtausendwende groß geworden sind. Daneben wird diese Kohorte auch als Generation Y (why), also als fragende Generation bezeichnet: Ihr wird nachgesagt, dass sie viele Dinge in Frage stellt (z. B. starre Hierarchien).
Eine aktuelle Studie der ManPower Group (Global Candidate Preferences) hat gezeigt, dass gerade diese Generationen zu den Early Adopter von HR-Technologien zählen: 44 % der Millennials bzw. der 22- bis 34-Jährigen und ein Drittel der 18- bis 21-jährigen Mitglieder der Generation Z haben laut Studie mindestens 3 solcher Technologien im vergangenen halben Jahr für die Jobsuche verwendet (z. B. eine Smartphone App, Chats oder Social Media Ads). Die Anzahl männlicher und weiblicher Nutzer ist ausgeglichen. Vergleicht man den Anteil der Nutzer in den einzelnen Arbeitsmärkten, fällt auf, dass Deutschland mit 7 % unter dem weltweiten Durchschnitt von 11 % liegt. Schlusslicht ist Japan mit 3 %. An der Spitze liegt Indien mit 31 %, gefolgt von Malaysia (22 %) und Brasilien (18 %). Für die Studie hatte die ManPower Group fast 18.000 Berufstätige zwischen 18 und 65 Jahren zu ihrem Verhalten und ihren Vorlieben bei der Jobsuche befragt.

Welche Technologien liegen vorne?

Social Media Ads: Die Nutzung von Social Media Ads ist bei Bewerbern beliebt: Etwa ein Fünftel der Kandidaten hat laut ManPower-Studie hierzulande bereit auf eine Anzeige (Stellenanzeige oder andere Job-Ad) in den sozialen Medien geklickt. 18 % der Early Adopters in Deutschland geben an, den Kanal bevorzugt für die Jobsuche zu nutzen. Etwa die Hälfte von ihnen hat bereits eine entsprechende Anzeige angeklickt – unter den Early Adopters weltweit sind es 73 %. Die Ads erreichen nicht nur Bewerber, die aktiv auf Jobsuche sind, sondern auch passive Kandidaten. Sie können gezielt auf Basis des Surfverhaltens eines Nutzers ausgespielt oder an den gelesenen Content angepasst werden. Mithilfe des Algorithmus lassen sich die Ads an das Interesse und die Skills des Users adaptieren. Für viel Aufsehen gesorgt hat im Kontext des Social Media Recruitings die neue Job-Funktion von Facebook: Arbeitgeber könne ihre Stellen bei Facebook einstellen und als eigenes Beitragsformat veröffentlichen. Die Bewerber können sich direkt über das soziale Netzwerk bewerben – entweder per Desktop Version oder mobile App. Hier haben wir eine Anleitung zur Stellenveröffentlichung auf Facebook für Sie zusammengestellt.
Smartphone App: Ein Zehntel der Bewerber in Deutschland greift für die Jobsuche auf Smartphone Apps zurück – global sind es 17 %. Für 9 % der Early Adopters in Deutschland gehört die App zu den präferierten Instrumenten für die Stellensuche. Der Vorteil: Die Jobsuche wird mobiler und flexibler.
Online-Suche: Ein Drittel der Bewerber sucht am liebsten online nach einer passenden Stelle. Unter den Early Adopters bevorzugen 7 % diese Möglichkeit. Online-Stellenbörsen wie StepStone, indeed und Co. bieten einen großen Stellenfundus mit regionalen und deutschlandweiten Stellenangeboten. Über 1.000 aktive Jobportale existieren in Deutschland, darunter Metasuchmaschinen wie indeed, allgemeine Stellenbörsen wie Monster oder StepStone, spezialisierte Stellenportale (z. B. für IT-Stellen) oder Kleinanzeigenmärkte mit Stellensuche (z. B. eBay Kleinanzeigen).
Virtuelle Jobmesse: Etwa ein Zehntel der Kandidaten in Deutschland hat bereits an einer virtuellen Jobmesse teilgenommen. Auf Online-Karrieremessen können sich Jobsuchende über aktuelle Vakanzen informieren und über das Internet mit Unternehmen in Austausch treten.
Video-Interview: Ein Video-Interview eignet sich zum Beispiel für Kandidaten, die für das Vorstellungsgespräch eine weite Anfahrt auf sich nehmen müssten oder für einen Interviewprozess mit mehreren Auswahlrunden. Lediglich 8 % der Kandidaten haben bereits an einem solchen Interview teilgenommen. Unter den Early Adopters in Deutschland würden 11 % einen solchen Interviewweg präferieren.
Skilltests und -spiele: Tests oder Spiele zur Erprobung der eigenen Fähigkeiten haben 7 % der Befragten in Deutschland absolviert. 6 % der Early Adopters würden solche Challenges bevorzugen.
Textnachrichten/Chats: 6 % der Bewerber nutzen Textnachrichten zur Kommunikation mit Arbeitgebern.
Sprachsuche: Über Sprachassistenten wie Siri können Bewerber Vakanzen per Sprachsteuerung suchen. Diese Möglichkeit nutzen 5 % der Kandidaten.
Zu den beliebtesten Kanälen gehört noch immer das klassische Vorstellungsgespräch: Im face-to-face Kontakt lassen sich nonverbale Hinweise wie Mimik, Gestik, Körperhaltung oder Gesichtsausdruck aufgreifen. Mehr als ein Viertel der Bewerber in Deutschland und 11 % der Early Adopters gibt das Bewerbungsgespräch als Präferenz an.

E-Recruiting und Job-Multiposting

Die neuen Technologien bieten nicht nur Bewerbern Vorteile: Auch Recruiter können ihren Bewerbungsprozess durch E-Recruiting-Software vereinfachen und auf moderne Anforderungen abstimmen. Eine Bewerbermanagement-Software beinhaltet verschiedene Funktionen zum Workflowmanagement, zur Kommunikation mit Bewerbern und zur Erfolgsoptimierung. Die Stellenanzeige kann in einer entsprechenden Softwarelösung CI-konform gestaltet und direkt aus dem System heraus veröffentlicht werden. Eine Software mit Multiposting-Funktion ermöglicht es, die Anzeige per Mausklick im ausgewählten Stellenportalen zu streuen, um die Stellenreichweite zu maximieren. Mit der entsprechenden Software lässt sich die Stellenausschreibung auch über die sozialen Medien teilen. prosoftrecruiting© beispielweise bietet neben diesen Funktionen auch Recruiting-Kennzahlen, damit Recruiter Stellenportale datengestützt auswählen können. Mehr Informationen finden Sie hier.

Fazit

Social Media Ads liegen vor allem bei den Early Adopters im Trend. Die Stellenanzeigen können gezielt ausgespielt und an das Surfverhalten oder den Content angepasst werden. Auch die Online-Jobsuche ist bei Bewerbern beliebt. Zu den Early Adopters gehören laut Studie vor allem Mitglieder den Generation Z sowie der Millennials. Diese nutzen neue HR-Technologien wie z. B. Smartphone Apps bevorzugt für die Jobsuche.

Quelle Foto: Fotolia © Jacob Lund


prosoft-Team

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