Guerilla Recruiting – Durch den Überraschungseffekt zum Topbewerber

Langeweile war gestern, Phantasie ist heute – auch im Recruiting!

Recruiting zählt teilweise nicht zu den Spannendsten aller Disziplinen – gerade in Zeiten, in denen die großen Bewerberfluten häufig nur ein Traum bleiben. Auch für die Kandidaten sind Bewerbungsphasen oft langweilig und zehrend. Doch das muss nicht sein, wie zahlreiche erfolgreiche Guerilla-Recruiting Aktionen beweisen. Die Idee dahinter ist es, auch die Kandidaten zu erreichen, die noch gar nicht auf der Suche nach einer neuen Stelle sind oder sich noch in einem Angestelltenverhältnis befinden – proaktives Recruiting also. Solche außergewöhnlichen Maßnahmen holen die Kandidaten dort ab, wo sie es am wenigsten vermuten und überzeugen durch spannende Überraschungseffekte – und das meistens zu außerordentlich geringen Kosten. Wir zeigen Ihnen einige bereits erfolgreich umgesetzte Maßnahmen von Unternehmen, die ihren Recruiting-Prozess  maßgeblich aufpoliert haben!

Was macht man nicht alles für die Bewerbung angestellter Talente? Genau: Deren Kündigung erleichtern!

Die Guerilla-Recruitment Experten von Jung von Matt machen es mal wieder richtig und sind dabei noch äußerst originell: Potentielle Mitarbeiter bekamen von der Werbeagentur Jung von Matt einen 365-tägigen Kalender zugeschickt, der täglich ein einfallsreiches Kündigungsschreiben zum Abreißen für die beschäftigten Talente bereithielt – natürlich mit der Aufforderung, sich anschließend auf ihren Traumjob bei Jung von Matt zu bewerben. Die klare Message hierbei: Jeder Tag ist ein guter Tag, neue berufliche Wege einzuschlagen und mit der alten Arbeit abzuschließen.

Plötzlich im Bilde der Konkurrenz: Zielgruppe anvisieren und Topperformer abwerben!

Ebenfalls von den Guerilla-Stars Jung von Matt kommt diese Kampagne: Die Recruiter machen sich Fotografen als trojanische Pferde zunutze und schleichen sich bei der Konkurrenz ein. Regelmäßig präsentieren 15 Top-Fotografen ihre Arbeiten vor den besten Kreativagenturen. Im Zuge dieser Recruiting-Aktion durch Jungv.M wurden diese Fotografien jedoch „verziert“: ob als Graffiti-Schriftzug im Hintergrund, als Aufschrift auf einem Bus, oder als Stickerei auf einem Kinderpullover – überall fanden sich hier Bewerbungsaufrufe der Agentur. Aufmerksame Betrachter wurden auf diese frechen Stellenanzeigen aufmerksam und konnten durch einen angegeben Link zur Karriereseite von Jung von Matt gelangen.
Die außergewöhnliche Kampagne, sehen Sie hier noch einmal zusammengefasst:

(Bewerber-) Liebe geht durch den Magen: mit Pizza zu neuen Mitarbeitern!

Ein echter Klassiker unter den außergewöhnlichen Recruitingaktionen ist die Pizza Digitale – initiiert von der Werbeagentur Scholz&Friends. Durch eine Kooperation mit einem Hamburger Pizza-Lieferdienst suchten sie digitale kreative Talente. Digital und kreativ ist auch deren Idee hinter der Pizza Digitale als Recruiting-Tool: Sobald ein konkurrierendes Unternehmen Pizza bestellte, lieferte der Pizza-Service eine zusätzliche Pizza mit einem QR-Code aus Tomatensoße. Sobald dieser von den potentiellen Bewerber gescannt wurde, landeten diese bei dem Jobangebot von Scholz&Friends. Mit 12 Bewerbungsgesprächen und zwei neuen Teambildungen, kann man wirklich davon sprechen, dass sich diese originelle Aktion gelohnt hat.
Wie diese Recruiting-Aktion ablief, sehen Sie hier:

Guerilla-Recruitment für Pfennigfuchser : Mit Cent-Überweisungen zum Bewerber

Anders als man zuerst denken möchte, lassen sich durch solche originellen Recruiting-Kampagnen nicht nur junge medienbegeisterte Talente abwerben – auch in der Buchhaltung funktioniert Recruiting á la Guerilla: durch 1-Cent-Überweisungen auf die Konten von konkurrierenden Firmen, macht ein Unternehmen auf Jobangebote als Buchhalter aufmerksam. Nur aufmerksame, gewissenhafte Buchhalter entdecken diese Mini-Überweisung und deren Sinn. Als Verwendungszweck wird ein Job angeboten mit Verweis auf die Karriereseite der Firma. Eine wirklich geniale und zielgruppenorientierte Umsetzung von spannendem Recruiting, ohne großen Aufwand und sehr geringen Kosten.

Die Programm-Piraterie nutzen: Stellenausschreibungen statt Programme

Designprogramme wie Adobe Photoshop, Indesign und Co. sind teuer, aber für echte Webdesigner natürlich unabdingbar. Viele greifen auf illegale Filesharing-Websites zurück, um an die begehrten Programme heran zu kommen. Doch durch diese Recruitingaktion erwartet die Nutzer hinter dem Download etwas anderes: Die Firma Ogilvy stellte unter dem Namen „Adobe Photoshop“ eine Datei auf besagten Seiten ein, die jedoch am Ende des Downloads eine Stellenausschreibung als Webdesigner beinhaltete.  Die Firma Ogilvy versicherte, dass alle nötigen Programme zur Verfügung gestellt werden und rief zur Bewerbung auf.
Hier sehen Sie das passende Video dazu:

Neue Mitarbeiter durch gescheiterte Flughafenkontrollen?

Erfinderisch sollte man schon sein im Guerilla-Recruiting. Das dachte sich auch eine Schweizer Security Firma, die auf der Suche nach neuen Mitarbeitern mit hohen Sicherheits-Qualifikationen waren. An Flughäfen arbeiten genau solche qualifizierten Mitarbeiter und eben das machte sich die Firma zu Nutze: Sie schickte Geschäftsreisende mit Metallplatten im Handgepäck auf Reisen. Diese Metallplatten wurden dann am Security-Check entdeckt und zeigten im Röntgen-Scan Aufschriften wie: „Gelangweilt? Bewerben Sie sich bei uns!“. Stolze 8 neue Mitarbeiter konnte die Security Firma durch diese Aktion gewinnen.

Spielend rekrutieren: Wie sogar in Online Games neue Mitarbeiter erreicht werden können

Die Werbeagentur Uncle Grey aus Dänemark suchte talentierte Entwickler für ihr Team und wurde auf dem klassischen Rekrutierungsweg lange Zeit nicht fündig. Durch eine ausführliche Zielgruppen-Analyse stellte sich unter den anvisierten IT-Profis eine deutliche Affinität für Online-Gaming heraus, was für die Agentur eine Möglichkeit für das Recruiting eröffnete: Sie platzierten durch ein Sponsoring Stellenanzeigen in  einem der beliebtesten Online-Spielen und gingen aktiv auf die Nutzer zu. Daraus ergaben sich 50 Bewerbungen und die optimale Besetzung der vakanten Stelle. Hier sehen Sie das Video zu dieser Aktion:

Fazit

Wenn man auf den klassischen Wegen keine zufriedenstellenden Ergebnisse im Recruiting erlebt, ist es oft eine gute Möglichkeit, kreativere und vor allem proaktivere Herangehensweisen in Betracht zu ziehen. Die Basis solcher Guerilla-Recruiting-Maßnahmen stellt immer eine gewissenhafte Zielgruppenanalyse dar – nur so erreicht man die Talente auf positive Art und Weise und kann sich bald über Erfolge freuen.

Das waren noch nicht genug Guerilla-Recruiting Aktionen für Sie? Lesen Sie hier unseren ersten Beitrag zum Thema „Guerilla-Recruiting“.


Karin Müller

Karin Müller

Karin Müller ist stellvertretende Leiterin des Service+Support Centers bei prosoft und mitverantwortlich für den Vertriebsinnendienst und die laufende Betreuung von prosoft Kunden.

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