Blogging als Instrument im Personalmarketing

Das Blog als Kontaktpunkt in der Candidate Journey

Die Zahl der Internetnutzer hat sich in Deutschland seit 2001 mehr als verdoppelt (statista): 2017 betrug der Anteil der Internetnutzer an der Gesamtbevölkerung 81 %. Das sind bei rund 82 Millionen Einwohnern gerundet 66 Millionen Menschen. Für die meisten Personaldienstleister ist das Internet zu einem unverzichtbaren Recruiting-Kanal geworden: Ein Großteil der Bewerber bewirbt sich online über Bewerbungsformulare oder per E-Mail. Die Unternehmenswebsite und die Karriereseite sind erste Informationsquellen für potenzielle Bewerber, um mehr über das Unternehmen zu erfahren. Der Arbeitgeberauftritt im Internet bildet einen wichtigen Touchpoint zwischen Arbeitgeber und Bewerber in der ersten Orientierungsphase der Candidate Journey:
Orientierungsphase/Recherche: Internetnutzer suchen nach Informationen über eine Stelle oder nach Karrieremöglichkeiten im Unternehmen. Mögliche Kanäle dafür sind die Karrierewebsite, Suchmaschinen, Stellenportale oder Social-Media-Plattformen. Der Online-Arbeitgeberauftritt bietet Jobinteressenten die Möglichkeit, Informationen zu sammeln, die sie in ihrer Bewerbungsentscheidung unterstützen. Hier können sie sich über das Unternehmen und dessen Produkte/Dienstleistungen, über Unternehmenswerte und -kultur, über Sozialleistungen, Benefits und den Arbeitsalltag im Betrieb informieren.
Einen besonderen Einblick in das Unternehmen können Arbeitgeber potenziellen Bewerbern über einen Corporate Blog eröffnen: Hier kommen zum Beispiel Auszubildende oder Mitarbeiter zu Wort, die über den Arbeitsalltag berichten und ggf. als Kontaktpersonen zur Verfügung stehen.

Warum ein Corporate Blog für das Personalmarketing?

Im Content-Marketing ist das Blog schon längst ein Instrument, um Webseiten-Traffic zu produzieren und Leads zu generieren – und zwar nicht über direkte Werbebotschaften. Über das Blog werden informierende und unterhaltende Inhalte mit Nutzwert ausgespielt, die potenzielle Kunden ansprechen und im Idealfall zur Konvertierung von Interessenten in Kunden beitragen. Auch im Personalmarketing können Content-Marketing-Strategien fruchten: Das Blog richtet sich in dem Fall an potenzielle Bewerber, um das Unternehmen als Arbeitgeber bekannt zu machen.
Suchmaschinenoptimierung: Mit einem Blog verschaffen sich Arbeitgeber Sichtbarkeit im Internet. Relevante Keywords und Blogbeiträge können von Suchmaschinen gefunden werden, um potenzielle Bewerber auf das Unternehmen aufmerksam zu machen.
Employer Branding: Mit wiederholten Beiträgen zum Unternehmensalltag, zu gelebten Werten und zur Unternehmenskultur schärfen Unternehmen ihre Arbeitgebermarke und tragen zum Reputationsaufbau bei.
Authentizität: Mitarbeiter, die selbst im Blog berichten und Testimonials vermitteln Glaubwürdigkeit. Sie wirken meist authentischer als geschönte Imagevideos oder Broschüren.
Mitarbeiterbindung: Regelmäßige positive Beiträge über das Unternehmen und die Möglichkeit, sich im Unternehmensblog Gehör zu verschaffen, können sich stärkend auf die Mitarbeiterbindung auswirken.

Tipps für das Blogging

Der Zeitaufwand für einen Blog ist nicht zu unterschätzen, vor allem, wenn Beiträge regelmäßig in festem Rhythmus erscheinen sollen. Ohne eine Strategie, die Zeit und Ressourcen für die Bespielung des Kanals einplant und in die Kommunikationsstrategie des Unternehmens einspielt, ist der Aufbau eines Blogs schwer zu bewältigen. Eine zentrale Komponente ist ein Themenplan, der relevante Themen und Themenfelder festlegt. Im Redaktionsplan werden die Beiträge zeitlich terminiert und verantwortliche Redakteure definiert. Ein Blog, das mehrere Themen umfasst, kann der Übersichtlichkeit halber mit Kategorien gekennzeichnet werden. Wichtig ist, dass ein Blog einen Nutz- oder Mehrwert für die Leserzielgruppe generiert und Abwechslung bietet, zum Beispiel durch informative oder unterhaltsame Inhalte. Elemente des Storytelling beleben den Content und sprechen Emotionen an. Auch wichtig: die Auffindbarkeit und einfache Navigierbarkeit des Blogs. Eine Verknüpfung zu den Social-Media-Kanälen des Unternehmens im Blog kann direkt auf die entsprechenden Netzwerke weiterleiten. Mögliche Plattformen für das Blogging sind zum Beispiel WordPress, Joomla!, TYPO3 oder Blogger.com.

Content-Gestaltung

In der Studie Corporate Blogs von karrierebiebel (Jochen Mai) wurden Internetnutzer befragt, welche Inhalte sie in einem Coporate Blog relevant finden:
• Produkttipps, Informationen und Links mit Mehrwert: 28 %
• Hintergrundinformationen zum Unternehmen (Geschichte, Produkte…): 23 %
• Informationen zum Arbeitsalltag und zur Unternehmenskultur: 20 %
• Aktuelles und Informationen zur Unternehmensentwicklung: 13 %
• Erfahrungsberichte von Praktikanten, Azubis und Kunden: 6 %
10 % gaben an, dass Sie weder direkte Werbung noch Pressemitteilungen lesen möchten.
Ein paar Tipps für die Content-Gestaltung:
Gesicht zeigen: Das Blog bietet Arbeitgebern die Möglichkeit, Mitarbeiter zu Wort kommen zu lassen: Mitarbeiter können von ihrem Arbeitsalltag erzählen und dabei auch persönliche Momente einfließen lassen (Storytelling). Um speziell Ausbildungsinteressierte zu begeistern, können aktuelle oder ehemalige Auszubildende über ihre Ausbildungszeit berichten. Die Beiträge lassen sich durch visuelle Eindrücke untermauern, z. B. Fotos aus dem Unternehmensalltag, Impressionen von Teamevents…
Content-Variation: Damit es spannend bleibt, sollte der Content variiert werden, zum Beispiel durch Einbindung verschiedener Medien (unterschiedliche Autoren und Themen, Fotos, Mitarbeiterzitate, Videos…).
Call-to-Action und Nutzeransprache: Potenzielle Bewerber können direkt angesprochen und per Call-to-Action zur Karriereseite oder weiteren Informationen weitergeleitet werden.
Content für Personaldienstleister/Zeitarbeitsfirmen: Personaldienstleister/Zeitarbeitsfirmen könnten bspw. einen Zeitarbeitnehmer über seine Einsätze berichten lassen und ihn dazu befragen, was er an seiner Tätigkeit schätzt (z. B. Abwechslung, vielfältige Erfahrungen sammeln…). Mit Servicethemen können sie gezielt Bewerberzielgruppen ansprechen (z. B. Tipps zum Sammeln praktischer Berufserfahrung, Möglichkeiten zur Berufsorientierung durch die Zeitarbeit, Möglichkeiten zum Wiedereinstieg…). Möglich wäre auch eine Rubrik mit Erfolgsgeschichten, in der Mitarbeiter über eine erfolgreiche Übernahme durch Kundenunternehmen berichten.

Fazit

Mit einem Corporate Blog können Arbeitgeber Potenziale des Content-Marketing für Employer Branding und Personalgewinnung fruchtbar machen. Für potenzielle Bewerber bietet das Blog einen Blick hinter die Kulissen eines Unternehmens und ermöglicht einen authentischen Einblick in den Arbeitsalltag und die Unternehmenskultur. Auch Mitarbeiter und Auszubildende können zum Beispiel zu Wort kommen, um über ihre Arbeit zu berichten.

Quelle Foto: © undrey / Fotolia


prosoft-Team

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Personalwesen und IT: eine unschlagbare Kombination. Als Anbieter hochspezialisierter Branchensoftware für das HR-Management und den Zeitarbeitsmarkt verfolgen wir diese Liaison seit über 30 Jahren. Was uns daran fasziniert? Dass sich selbst komplexe Prozesse mit dem richtigen Werkzeug einfach intelligent gestalten lassen. Unseren Erfahrungsschatz aus Branchen-Know-how, Prozessexpertise und Praxiswissen teilen wir mit HR-Interessierten in unseren Praxisseminaren:

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