Was muss ein gutes Bewerbungsprogramm können?

Warum E-Recruiting zum Top Thema wurde

Bewerbermanagement-Systeme spielen für immer mehr Recruiter eine Rolle: Fast 70 % zählen E-Recruiting-Solutions zu den Top Themen in ihrer Branche. Das befand der kürzlich erschienen Report Deutschlands beste E-Recruiting Software 2017 des ICR, der auf der Zukunft Personal 2017 in Köln vorgestellt wurde. Im Vergleich zu 2012 bewerten +10 % der Recruiter das Thema E-Recruiting-Software als Top Thema – noch vor Mitarbeiterempfehlungsprogrammen, die etwa 65 % der über 500 Befragten als wichtig einstufen. Als wertvollstes Recruiting-Instrument erachten über 90 % von ihnen das Employer Branding.
Warum spielt das Thema Bewerbungssoftware in heutigen Zeiten eine so große Rolle? Ein Dauerargument – das leider oft zutrifft – ist der Fachkräftemangel: Unternehmen haben Schwierigkeiten damit, ihre Stellen mit qualifizierten Mitarbeitern zu besetzen. Laut IAB-Kurzbericht liegt die Vakanzzeit bei durchschnittlich 50 Tagen. Knapp ein Fünftel der Unternehmen bricht den Suchprozess ab, weil sich keine passenden Mitarbeiter finden. Hinzu kommen die steigenden Ansprüche von Bewerbern in Sachen mobiler Bewerbung und Candidate UX: Wie die meisten von uns sind Bewerber Online-Kunden, die die User Experience von Apple & Co. gewöhnt sind. Mehr als drei Viertel der Fachkräfte greifen laut Mobile Recruiting Studie 2017 für die Jobsuche auf ein mobiles Endgerät zurück. Beinahe ebenso viele wollen ihre Online-Bewerbungen über ihr Smartphone oder Tablet abwickeln. Eine Zahl die zu denken gibt: Fast jeder zweite hat schon mal eine Bewerbung abgebrochen, weil der Prozess mobil nicht gut nutzbar war. Ähnlich hoch sind die Ansprüche von Bewerbern an die Feedbackzeit: Fast 70 % erwarten eine Rückmeldung innerhalb einer Woche. Insbesondere für Unternehmen, die viele Bewerbungseingänge zu bearbeiten haben, ist das eine Herausforderung. Ein automatisierter Bewerbungsprozess mit kürzeren Kommunikationswegen verspricht Abhilfe zu schaffen. Die aufgeführte Mobile Recruiting Studie stammt von meinestadt.de unter wissenschaftlicher Begleitung der Hochschule Rhein-Main. Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien, die die Bedeutung mobiloptimierter Bewerbungsprozesse und Karriereseiten stützen, z. B. die Studie Recruiting Trends 2017 und Bewerbungspraxis 2017 des Center of Human Resource Information Systems (CHRIS) im Auftrag der Monster Worldwide GmbH.

Das sollte ein gutes Bewerbungsprogramm können

Ein Bewerbermanagementsystem soll Bewerbungsprozesse vereinfachen: 98 % der Recruiter erwarten laut ICR-Report, dass ein Bewerbungsprogramm intuitiv bedienbar ist. Fast ebenso wichtig ist ihnen, dass sie mit der Software Bewerberdaten pflegen und verwalten können. Die Kommunikation mit Bewerbern soll über die Software abgewickelt werden können, z. B. durch eine Kontakthistorie. 96 % erwarten, dass sich ihre Bewerbungseingänge über das Programm managen lassen. Eine große Rolle spielt auch das Thema Datensicherheit – 97 % halten dies für wichtig. Mit Einführung der EU-Datenschutz-Grundverordnung wird außerdem die Bedeutung des Datenschutzes zunehmen: Datenverarbeitende Unternehmen müssen sich auf die 2016 in Kraft getretene DSGVO vorbereiten, die das Datenschutzrecht für alle EU-Mitgliedstaaten vereinheitlicht. Die Rechte betroffener Personen werden gestärkt und Unternehmen sind verpflichtet, die Vorschriften technisch und organisatorisch umzusetzen. Anwendbar wird die EU-DSGVO nach der Übergangsfrist am 25. Mai 2018. Zusätzlich wird das neue Bundesdatenschutzgesetz (BDSG (neu)) wirksam. Die E-Recruiting-Software soll also Datensicherheit gewährleisten und ein Datenschutzniveau garantieren, das mit der Datenschutz-Grundverordnung konform geht. Noch vor dem Preis-Leistungsverhältnis (94 %) wünschen sich Recruiter Durchsuchungsmöglichkeiten des Bewerberpools, um Kandidaten schnell auffinden zu können. Das Programm soll nicht nur für die HR-Abteilung, sondern auch für Kandidaten nutzerfreundlich sein – ein wichtiger Aspekt vor dem Hintergrund der Candidate Experience und Mobiloptimierung. 9 von 10 Recruitern wollen ihre Stellenanzeigen per Software publizieren können.

Wo ist die Enttäuschung besonders hoch?

Die gute Nachricht: Fast 90 % der Befragten ist mit der Datensicherheit ihrer Software zufrieden. Enttäuschungspotenzial bergen vor allem die Durchsuchungsmöglichkeiten des Bewerberpools: Mehr als ein Viertel der Befragten ist damit unzufrieden, gefolgt von der Nutzung des Talentpools und der Bereitstellung von Controlling-Kennzahlen. Letztere bieten eine Möglichkeit den Bewerbungsprozess zu optimieren, indem bspw. die Anzahl der Bewerbungseingänge nach Quelle aufgeschlüsselt wird. Den für Recruiter wichtigste Aspekt – die Nutzerfreundlichkeit – bewerten über 20 % der Befragten als enttäuschend. Ähnlich sieht es mit der Nutzerfreundlichkeit für Bewerber aus. Über die Hälfte der Recruiter erachtet die automatische Erfassung von Bewerberdaten für wichtig – z. B., indem der Lebenslauf geparst und die Daten in Bewerberprofile übertragen werden. Unzufrieden mit den Erfassungsmöglichkeiten sind knapp ein Fünftel der Befragten. Es besteht also noch Verbesserungsbedarf bei einigen E-Recruiting-Angeboten.

Fazit

Bewerbungsprogramme spielen für Recruiter vor dem Hintergrund technologischer und gesellschaftlicher Entwicklungen eine zunehmend wichtige Rolle: Fachkräftemangel und demografischer Wandel erschweren es, passende Kandidaten zu finden. Bewerber erwarten in Zeiten der Digitalisierung eine einfache und mobile Online-Bewerbung. Mangelnde Mobiloptimierung kann so weit führen, dass Kandidaten den Bewerbungsprozess abbrechen. Die E-Recruiting-Lösung soll den Recruiting-Prozess für Personaler und Bewerber vereinfachen und Funktionen zur Prozessoptimierung bieten. Anwender erwarten vor allem eine intuitive Bedienbarkeit und hohe Datensicherheit ihres Bewerber-Management-Programms. Sie wollen Bewerberdaten pflegen und verwalten können, mit Bewerbern über die Software kommunizieren, ihre Bewerbungseingänge managen und Stellenanzeigen publizieren. Enttäuschungspotenzial bieten vor allem die Durchsuchungsmöglichkeiten des Bewerberpools.

Quelle Foto: Fotolia © biscotto87

 

 

 

 

 

 


prosoft-Team

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