Bewerbung per Smartphone, Tablet & Co.: Aktuelle Entwicklungen des Mobile Recruitings

Schnellere Bewerbung und bequemere Stellensuche

Egal wann, egal wo: Der Einsatz von mobilen Endgeräten im Recruiting verspricht Stellensuchenden eine bequeme Stellensuche und Bewerbung per Smartphone, Tablet & Co. Der PC muss nicht erst hochgefahren werden und die Stellensuche kann ad hoc von überall aus erfolgen – vorausgesetzt natürlich, man befindet sich nicht gerade in einem Funkloch. Bewerber, die Erfahrung mit der Bewerbung per mobilem Endgerät gemacht haben, schätzen laut aktueller Studie die Schnelligkeit der mobilen Bewerbung: Im Schnitt investieren sie 39, 5 Minuten. Zum Vergleich: Kandidaten, die sich nicht mobil bewerben, brauchen etwa 46,4 Minuten, so die Studien „Recruiting Trends 2017“ und Bewerbungspraxis 2017“ des Center of Human Resources Information Systems (CHRIS) im Auftrag der Monster Worldwide GmbH. Fast die Hälfte der über 3.400 befragten Kandidaten gab an, eine mobile Bewerbung der traditionellen vorzuziehen, an der Spitze die Generationen Y und Z mit einem Prozentsatz von 49, 6 %. Dass der Einsatz von Mobile Recruiting notwendig ist, um die sogenannten Digital Natives zu erreichen, meinen mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen. Die zwischen 1980 und 1999 geborene Generation Y, auch die Millennials genannt, ist die erste Generation, die mit dem Internet und mobiler Kommunikation groß geworden ist. 2015 gehörte laut Statistischem Bundesamt rund ein Fünftel der Arbeitskräfte der Nachfolgegeneration der Gen X, ihrerseits Vorgänger der Baby-Boomer, an. Die jüngste Generation Z zählt ebenfalls zu den Digital Natives und wurde sogar noch früher digital sozialisiert: Die Bedienung von Smartphone, Tablet-PCs und Co. zählt für viele Mitglieder dieser Bevölkerungskohorte schon im Kindesalter zur Selbstverständlichkeit. Generationsübergreifend schätzen 6 von 10 der in der Studie befragten Kandidaten es, wenn Unternehmen potenziellen Bewerbern spezielle Apps zur Stellensuche zur Verfügung stellen, 7 von 10 wünschen sich diese Apps für Internet-Stellenbörsen – effektiv bieten aber weniger als ein Zehntel der Unternehmen eigene Apps an. Etwa die Hälfte der befragten Top-1000- und IT-Unternehmen in Deutschland sowie ein Drittel der mittelständischen Unternehmen gaben jedoch an, dass ihre Stellenanzeigen über die Apps der Internet-Stellenbörsen zugänglich seien. Zu beobachten ist außerdem ein deutlicher Anstieg in der Mobiloptimierung der Karriereseiten und Online-Stellenanzeigen von Unternehmen, was in etwa der Einschätzung der Kandidaten zur mobilen Darstellbarkeit der Karrierewebseiten und Stellenanzeigen entspricht.

Wie gehen Kandidaten auf Stellensuche? Wie bewerben sie sich?

Obwohl knapp die Hälfte der befragten Kandidaten eine mobile Bewerbung der traditionellen vorzieht, nutzen nur 13 % ihr Smartphone und 11,7 % das Tablet, um sich bei einem Unternehmen zu bewerben. Die Mehrheit der Befragten greift auf das Laptop zurück. Bei der Stellensuche sieht es anders aus: Hier kommt das Smartphone mit steigender Tendenz in rund zwei Fünftel der Fälle zum Einsatz, das Tablet bei knapp einem Drittel der Kandidaten und das Laptop als Spitzenreiter bei 7 von 10 Befragten. Die niedrige Anzahl mobil eingehender Bewerbungen könnte daran liegen, dass fast 7 von 10 Kandidaten die mobile Bewerbung per Smartphone als umständlich empfinden – immerhin rund 5 % weniger als im letzten Jahr. Die Bewerbung mit dem Tablet beurteilt etwas weniger als die Hälfte der Befragten als kompliziert, was sogar knapp 10 % weniger als im Vorjahr entspricht. Die Bewerbung per Laptop hingegen bewertet nur ein Fünftel als umständlich. Bei der Stellensuche und Bewerbung befinden sich die Kandidaten entweder zu Hause, am Arbeitsplatz oder sind unterwegs. Am häufigsten für die Internet-Stellensuche und die Bewerbung genutzt wird der heimische PC/das Laptop, gefolgt von der Tablet-Nutzung ebenfalls von zu Hause aus. Sollte ein Unternehmen keine mobiloptimierte Bewerbung ermöglichen, würden sich 6,2 % der Kandidaten gar nicht bewerben, die Mehrheit jedoch würde sich nicht mobil (83, 2 %) und einer von 10 trotzdem mobil bewerben.

Welche Herausforderungen und Möglichkeiten bietet Mobile Recruiting für Unternehmen?

Prinzipiell steht ein Großteil der Unternehmen der Rekrutierung per mobilem Endgerät offen gegenüber: Rund 80 % der Top-1000- und IT-Unternehmen sowie 44 % der mittelständischen Unternehmen sind dem Mobile Recruiting gegenüber aufgeschlossen. Generell sehen etwa 7 von 10 eine zukünftig steigende Bedeutung der mobilen Rekrutierung von Bewerbern. Für einen Großteil von ihnen hat die steigende Nutzung mobiler Endgeräte in der Bevölkerung einen großen Einfluss auf das Recruiting. Dennoch bietet etwas mehr als die Hälfte der Top-1000-Unternehmen kein mobiles Recruiting an. Dabei sehen viele von ihnen im Mobile Recruiting eine zusätzliche Möglichkeit der Kandidatenansprache, insbesondere mit Blick auf die oben erwähnten Generationen Y und Z. Rund 7 von 10 der befragten Top-1000-Unternehmen und 6 von 10 Unternehmen aus der IT-Branche versprechen sich über die mobile Rekrutierung eine höhere Reichweite bei der Kandidatenansprache, etwa jedes vierte schätzt die situations- und ortsbezogene Ansprache. Nur wenige Unternehmen (16, 8 % der Top-1000 und 20,7 % der IT-Branche) gaben an, dass sich Kandidaten bereits heute vermehrt über mobile Endgeräte bewerben würden. Als Herausforderung sehen die befragten Top-1000-Unternehmen vor allem den hohen technischen Aufwand und die auf sie zukommenden Kosten durch Mobile Recruiting, die Unternehmen der IT-Branche hingegen bewerten beide Aspekte geringer. Für sie sind es vor allem die unterschiedlichen Standards der Anbieter am Markt, etwa der Internet-Stellenbörsen, die den Einsatz der mobilen Rekrutierung erschweren.

Fazit

Die Bewerbung per mobilem Endgerät kann sich positiv auf die Candidate Experience von Bewerbern auswirken: Laut aktueller Studie bevorzugt etwa die Hälfte von ihnen die Bewerbung per Smartphone, Tablet & Co., geschätzt werden dabei vor allem die Schnelligkeit und der mobile Zugriff. Unternehmen erhoffen sich vom mobilen Recruiting u. a. eine höhere Reichweite in der Kandidatenansprache und eine gezielte Ansprache von Digital Natives. Obwohl viele Unternehmen eine künftig wichtige Bedeutung des Mobile Recruitings erkennen, nutzen es bisher vergleichsweise wenige von ihnen. Befürchtet werden unter anderem der höhere technische Aufwand und die anfallenden Kosten.

Quelle Foto: Fotolia © Rido


Denny Hölscher

Denny Hölscher

Als geschäftsführender Gesellschafter der prosoft Vertriebs- und Consulting GmbH verantwortet Denny Hölscher die Bereiche Vertrieb, Marketing und Support für Deutschland und Österreich. Sein Ziel: „Zufriedene Kunden, innovatives Marketing, optimale Prozessabläufe und solide Expansion.”

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