Ausbildung in der Zeitarbeit: Personaldienstleistungskaufleute

Ein Ausbildungsberuf feiert 10-jähriges Jubiläum

Dieses Jahr feiert der Ausbildungsberuf des Personaldienstleistungskaufmanns/der Personaldienstleistungskauffrau (PDK) sein 10-jähriges Jubiläum: Seit August 2008 existiert die Ausbildung für die Personaldienstleistungsbranche. Etwa 10.000 Ausbildungsverträge wurden seitdem unterschrieben (iGZ-News) – damit gehört die Ausbildung zum PDK zu den Top 100 der beliebtesten Ausbildungsberufe. Die Zeitarbeitsbranche hat sich für junge Spezialisten geöffnet und ist nicht mehr primär eine Branche für Quereinsteiger. Immer mehr Anwärter entscheiden sich für eine Ausbildung zum/zur Personaldienstleistungskaufmann/-kauffrau: Wurden 2015 noch 1.951 Ausbildungsverträge abgeschlossen, waren es 2016 schon 2.109 Verträge mit einem etwas höheren Anteil an weiblichen Auszubildenden (1.391). 635 der 664 Prüfungsteilnehmer haben 2016 die IHK-Abschlussprüfung bestanden (IHK-Statistik). Ausbilden können erfahrene Personaldienstleistungsunternehmen oder Unternehmen mit Personalabteilung: Der Ausbildungsverantwortliche muss eine Ausbildereignungsprüfung (AdA-Schein) bei der IHK absolviert haben. Informationen zur Prüfungsordnung, zum Ausbildungsrahmenplan etc. finden Personaldienstleister zum Beispiel hier.

Duale Ausbildung

Bei der dualen Ausbildung absolvieren die Auszubildenden einen Teil der Ausbildungszeit in einem Personaldienstleistungsunternehmen oder in einer HR-Abteilung. Für den theoretischen Teil besuchen sie eine Berufsschule. Die Ausbildung dauert im Regelfall drei Jahre und kann ggf. auf zwei Jahre verkürzt werden. Die Azubis werden auf eine zukünftige Tätigkeit bei Personaldienstleistern oder in Personalabteilungen von Unternehmen oder Behörden vorbereitet. Dort sind sie zum Beispiel verantwortlich für die Personalgewinnung und die Vermittlung von Personal, für den Personaleinsatz, die Kundenakquise und die Personalentwicklung. Die beruflichen Chancen für Personaldienstleistungskaufleute stehen gut: Als Multitalente vereinen sie kaufmännisches Denken mit Menschenkenntnis und Analysefähigkeit. Sie sind als Personalexperten gefragt und können sich nach ihrer Ausbildung spezialisieren – zum Beispiel als Personaldisponent oder Personalreferent. Nach einem Jahr praktischer Berufserfahrung können PDKs eine Weiterbildung zum geprüften Personaldienstleistungsfachwirt absolvieren – dies entspricht etwa einem Berufsabschluss auf Meisterebene.
Inhaltlich ist die Ausbildung sehr breit gefächert: Auszubildende lernen kaufmännisches Denken, arbeitsrechtliche Grundlagen und den Umgang mit personellen und personalwirtschaftlichen Prozessen:
– Personalgewinnung
– Personaleinstellung
– Personalvermittlung
– Personalsachbearbeitung
– Personaleinsatz
– Auftragsakquise
– Angebotskalkulation
– Aufsetzen von Verträgen
– Kundenbindung und Kundenbetreuung
– Marketing
– Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit
– Datenschutz
– arbeitsrechtliche Fragen
– Arbeitsplatzbeurteilung
– Qualitätssicherung
….

Spezialisierung: Personaldisponent

Ein Personaldisponent in der Zeitarbeitsbranche übernimmt vielfältige Aufgaben im Vertrieb und im Personalbereich, zum Beispiel:
Personalbeschaffung: Personaldisponenten unterstützen Unternehmen mit Personalbedarf bei der Personalbeschaffung: Bei Bedarf besuchen sie Betriebe vor Ort, um den Personalbedarf zu ermitteln und das Arbeitsumfeld zu analysieren. Für Vakanzen erstellen sie Positions-/Anforderungsprofile, veröffentlichen Stellenanzeigen und suchen im eigenen Mitarbeiterpool nach passenden Kandidaten. Disponenten sichtet Bewerbungseingänge und führen u. U. Vorstellungsgespräche, um eine Vorauswahl geeigneter Bewerber für das Kundenunternehmen zu erstellen.
Kunden- und Auftragsakquise: Um potenzielle Kunden zu identifizieren, sammeln Disponenten Informationen über Unternehmen am Markt und analysieren aktuelle Vakanzen. Zur Anwerbung von Interessenten kommen Marketing-Know-how und Verhandlungsgeschick zum Einsatz. Bei Erfolg erstellt der Disponent kundenspezifische Angebote und wirkt bei der Vertragsgestaltung mit. Kundenstammbetreuung und Auftragskalkulation können ebenfalls in den Aufgabenbereich des Personaldisponenten fallen.
Personaleinsatzplanung und -betreuung: Der Disponent verfügt über eine disziplinarische Weisungsbefugnis: Er sorgt dafür, dass Mitarbeiter rechtzeitig am Einsatzort erscheinen und ihren Aufgaben nachgehen: Alle Mitarbeiter müssen zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zur Verfügung stehen. Fällt eine Arbeitskraft aus, ist für Ersatz zu sorgen. Vor Ort erhalten Mitarbeiter eine Einweisung, um ihren Einsatz zu beginnen.
Kontrollaufgaben: Disponenten prüfen, ob Sicherheits- und Gesundheitsschutz bei der Arbeit erfüllt werden (z. B. Vorliegen von Schutzkleidung). Außerdem überprüfen sie, ob Mitarbeiter die erforderlichen Arbeitsstunden abgeleistet haben.
administrative Tätigkeiten: Auch Verwaltungsaufgaben, zum Beispiel im Bereich Entgeltabrechnung, können zu ihrem Aufgabenfeld gehören.
Oft übernehmen Personaldisponenten unternehmerische Verantwortung.

Welche Eigenschaften sind von Vorteil?

Welche Eigenschaften und Interessen sollten zukünftige Personaldienstleistungskaufleute mitbringen? Von Vorteil für die Kundenakquise sind kaufmännisches Denken und Verhandlungsgeschick. Ein kaufmännisches Interesse ist für Aufgaben im Bereich Auftrags- und Kostenkalkulation sowie in der Entgeltabrechnung vorteilhaft. Da Kunden oft kurzfristig Personal benötigen, sind Flexibilität und die Fähigkeit zur Priorisierung von Aufgaben wichtig. Ebenfalls wichtig ist eine strukturierte Arbeitsweise, um den Personaleinsatz umsichtig zu planen und Aufgaben im Bewerbermanagement – Sichten von Bewerbungsunterlagen, Bewerberverwaltung… – zu erfüllen. In der Kommunikation mit Kunden, Mitarbeitern und Bewerbern sind Kommunikationsfähigkeit und eine gute mündliche und schriftliche Ausdrucksweise hilfreich. Für international tätige Arbeitgeber oder den Umgang mit ausländischen Kunden sind Fremdsprachenkenntnisse von Vorteil. Angehende Personaldienstleistungskaufleute sollten den Kontakt zu Menschen nicht scheuen und im Gespräch überzeugen können. Im Konfliktfall sollten sie vermitteln können, indem sie Konfliktbewältigungsstrategien anwenden. Da Personaldienstleister und Zeitarbeitsunternehmen häufig mit spezieller Branchensoftware arbeiten, sind EDV-Kenntnisse vorteilhaft.
Für Auszubildende in der Zeitarbeit bieten wir eine kompakte Online-Seminarreihe aus 10 Modulen an.

Fazit

Personaldienstleistungskaufleute arbeiten in Personaldienstleistungs- und Zeitarbeitsunternehmen oder in HR-Abteilungen. Die Ausbildung zum/zur Personaldienstleistungskaufmann/-kauffrau dauert regulär drei Jahre und kann ggf. um ein Jahr verkürzt werden. Sie bereitet Auszubildende auf breitgefächerte Aufgaben im Personalwesen und Vertrieb vor, zum Beispiel im Bereich Personalbeschaffung und Personaleinsatzplanung, Personalvermittlung, Kundenakquise und Kundenbetreuung. Ausbilden können Personaldienstleistungsunternehmen oder Unternehmen mit Personalabteilung: Der Ausbildungsverantwortliche muss eine Ausbildereignungsprüfung abgelegt haben.

Quelle Foto: ©  djile / Fotolia


prosoft-Team

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Personalwesen und IT: eine unschlagbare Kombination. Als Anbieter hochspezialisierter Branchensoftware für das HR-Management und den Zeitarbeitsmarkt verfolgen wir diese Liaison seit über 30 Jahren. Was uns daran fasziniert? Dass sich selbst komplexe Prozesse mit dem richtigen Werkzeug einfach intelligent gestalten lassen. Unseren Erfahrungsschatz aus Branchen-Know-how, Prozessexpertise und Praxiswissen teilen wir mit HR-Interessierten in unseren Praxisseminaren:

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